Abgeordnete kritisieren Präsidialkanzleichef Mynář wegen Chinas Drohbrief

Der Auswärtige Ausschuss des Abgeordnetenhauses wirft dem Chef der Präsidialkanzlei Vratislav Mynář dessen Vorgehen in Sache des Briefes der chinesischen Botschaft zur geplanten Reise des verstorbenen Senatsvorsitzenden Jaroslav Kubera (ODS) auf Taiwan vor. Mynář verschweige wichtige Informationen und bagatellisiere die Umstände des Drucks auf Kubera, stellte der Ausschuss am Donnerstag fest. Die Stellungnahme der Abgeordneten von Ausschussmitglied Vít Rakušan (Stan) via Twitter veröffentlicht. Der Ausschuss habe klar gezeigt, dass es mit dem Kommunikationsstil der Präsidialkanzlei nicht einverstanden sei, so Rakušan. Mynář wurde zur Sitzung des Ausschusses eingeladen, lehnte die Teilnahme aber schriftlich ab.

Der ehemalige Vorsitzende des tschechischen Senats Jaroslav Kubera stand wegen seiner geplanten Taiwan-Reise unter starkem Druck. Davon zeugte auch ein Drohbrief der chinesischen Botschaft, der kurz nach dem Tod des Politikers gefunden wurde. Der Brief trug den Stempel der Postannahmestelle von Staatspräsident Zeman. Die Umstände, unter denen das Schreiben entstand, sind bisher nicht geklärt.