Babiš: Tschechien ist mit Art der Verteilung zusätzlicher Vakzine nicht einverstanden

Tschechiens Premier Andrej Babiš (Partei Ano) versteht nicht, wie Portugal als EU-Ratspräsident am Donnerstagabend einen Kompromiss über die Verteilung von zusätzlichen zehn Millionen Impfdosen der Firmen Pfizer/BioNTech in der EU bekanntgeben konnte, mit dem drei Länder nicht einverstanden sind. Konkret sind dies Österreich, Slowenien und Tschechien, bestätigte Babiš gegenüber der Presseagentur ČTK. Der Schlüssel, nach dem die Vakzine verteilt würden, sei seiner Meinung nach unsolidarisch und unausgewogen. Die in der Öffentlichkeit verbreitete Lösung sei durch den Einfluss der großen Staaten und ihrer Stärke zustande gekommen, ergänzte Babiš.

Neunzehn Länder haben einen Teil ihrer Zuteilung zugunsten der Slowakei, Bulgariens, Kroatiens, Estlands und Lettlands abgegeben. Die Solidarität manifestiere sich nur in Erklärungen für die Medien. Wenn aber hinter verschlossenen Türen verhandelt wird, gäbe es keine, schrieb Babiš am Karfreitag an ČTK. Dem Premier zufolge habe sich während der Verhandlungen das Interesse durchgesetzt, den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz dafür zu bestrafen, dass er schon früher die nach seiner Ansicht unausgewogene Verteilung von Impfstoffen in der EU kritisiert habe.

Autor: Lothar Martin