EU-Kommissarin Jourová fordert westeuropäische Staaten zur stärkeren Reaktion auf Fall Vrbětice auf

Vor allem westeuropäische Staaten sollten sich für eine stärkere gemeinsame Reaktion auf den Fall Vrbětice entschließen, wegen dem bisher nur einige osteuropäische Länder russische Diplomaten ausgewiesen hatten. Das sagte die EU-Vizekommissionspräsidentin Věra Jourová am Montag. Sie gehört zu acht Personen, denen Moskau am Freitag die Einreise nach Russland verboten hat. Laut Jourová war das eine Reaktion auf ihre kritische Haltung zu Russland im diplomatischen Streit mit Tschechien sowie auf ihren Kampf gegen russische Desinformationen. Die EU lud am Montag wegen Sanktionen vom Freitag den russischen Botschafter vor.

Jourová sagte, sie habe sowieso nicht geplant, in absehbarer Zeit nach Russland zu reisen. Ihren Worten zufolge ist es an der Zeit, auch über gezielte Wirtschaftssanktionen gegen Russland nachzudenken. Die EU-Länder sollten eine gemeinsame Sprache finden und Tschechien im gegenwärtigen Streit direkt rasanter unterstützen, so Jourová.  Sie glaubt, dass der EU-Gipfel am 25. Mai eine Wende in dieser Hinsicht bringen könnte.

Nachdem bekannt geworden war, dass Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU an der Explosion eines Munitionslagers im mährischen Vrbětice beteiligt waren, hat Tschechien 18 Mitarbeiter der russischen Botschaft in Prag ausgewiesen.