Festkonzert für Überlebende der NS-Verfolgung wurde in Prag veranstaltet

Ein Festkonzert für die letzten noch lebenden NS-Opfer hat am Mittwoch in der Staatsoper Prag stattgefunden. Veranstaltet wurde es vom Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland und dem Nationaltheater Prag – in Anwesenheit der Überlebenden des nationalsozialistischen Terrors, ihrer Angehörigen sowie von Vertretern der tschechischen und deutschen Öffentlichkeit.

Der Vorsitzende des tschechischen Senats, Miloš Vystrčil, betonte in seiner Ansprache, er nehme die Veranstaltung als wichtiges Zeichen des Erinnerns und als ein Bekenntnis zur traurigen Geschichte wahr: „Zugleich ist es für mich ein wertvolles Signal für die Bedeutung des Humanismus und ein vorbildliches Beispiel für die Aufarbeitung der dunklen Vergangenheit.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begrüßte die Konzertbesucher in einer Videoansprache und dankte den Zeitzeugen für ihre Bereitschaft zur Versöhnung und ihre Offenheit gegenüber dem heutigen Deutschland: „Trotz des Leids und der Gräuel, die Sie erleben mussten, trotz Ihrer vielen Angehörigen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in der Tschechoslowakei werden mussten, haben Sie uns die Hand gereicht zur Versöhnung. Und so neue Brücken zwischen unseren Völkern gebaut.“

Unmittelbar vor dem Konzert fand die Vernissage des gerade erscheinenden Buches „Als wäre das alles gestern geschehen“ statt. Dieses entstand auf der Grundlage von Erinnerungen und Botschaften, die Zeitzeugen der nationalsozialistischen Verfolgung zum 75. Jahrestag des Kriegsendes an den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds übermittelt haben.