Gedenkakt in Lety: Růžička fordert zu mehr Respekt gegenüber den Roma auf

Am Ort des früheren Roma-Konzentrationslagers im südböhmischen Lety haben am Sonntag wieder etliche Menschen an den Genozid an den böhmischen und mährischen Roma gedacht. Die Gedenkveranstaltung findet traditionell im Mai statt, wegen der Coronavirus-Pandemie wurde sie diesmal aber auf den ersten Sonntag im August verschoben, bestätigte Čeněk Růžička, der Vorsitzende des Ausschusses zur Entschädigung für den Roma-Holocaust. Ein weiterer Grund dafür ist die Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 – damals wurden im Konzentrationslager Auschwitz nahezu 3000 Roma ermordet.

In seiner Rede forderte Růžička die Politiker auf, verachtende Äußerungen gegenüber den Roma genauso zu verurteilen wie den Antisemitismus. Die Respektlosigkeiten in Europa gegenüber den Roma nähmen weiter zu, sagte Růžička.

In Lety bestand zunächst ein Arbeitslager. Die deutschen Besatzer machten daraus dann ein KZ. Zwischen 1940 und 1943 starben dort 327 tschechische Roma, über 500 weitere wurden nach Auschwitz verschleppt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am Ort des Lagers eine Schweinefarm errichtet.

Autor: Lothar Martin