Gewerkschaften empfehlen zehntägigen Lockdown rund um Ostern

Die zentralen Gewerkschaften in Tschechien schlagen vor, das ganze Land zu Ostern in einen zehntägigen Lockdown zu versetzen. Nach Ansicht der Gewerkschafter könnte diese Maßnahme dem Staat dabei helfen, die sich weiter verschlechternde epidemiologische Lage zu meistern. Das erklärte der Vorsitzende des größten Gewerkschaftsdachverbandes (ČMKOS), Josef Středula, am Montag auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen der Sozialpartner.

Die Osterfeiertage beginnen in etwa fünfeinhalb Wochen. Dem Vorschlag der Gewerkschaften nach sollte der Lockdown ein paar Tage vor dem Karfreitag einsetzen und wenige Tage nach dem Ostermontag enden. Die aktuelle Corona-Lage sei unglaublich (schlecht), alles werde von einem Chaos begleitet, kritisierte Středula. Dem Gesundheitssystem drohe der „totale Kollaps“, die Mediziner seien überlastet, so der Gewerkschaftsboss.

Man käme zu den Treffen der Sozialpartner nicht nur um zuzuhören, sondern auch um mit konkreten Vorschlägen zu Problemlösungen beizutragen. Deshalb sage man im Voraus, was man tun könne, damit die Regierung Zeit habe, sich damit zu befassen und darüber zu verhandeln. So müsse sie nicht unter Druck geraten, ergänzte Středula. Der Chef des größten Arbeitgeber-Verbandes (Verband für Industrie und Verkehr), Jaroslav Hanák, stimmte den Worten Středulas weitgehend zu.

Autor: Lothar Martin