Grenztote: Altkommunist strafrechtlich verfolgt

Ein ehemaliger hoher kommunistischer Parteifunktionär wird wegen Amtsmissbrauchs strafrechtlich verfolgt. Jan Fojtík war Mitglied des Präsidiums des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Es wird ihm vorgeworfen, dass er als führender Parteiideologe für den Tod und Verletzung einiger Menschen an der tschechoslowakischen Staatsgrenze mitverantwortlich ist. Dies teilte der Anwalt Lubomír Müller am Donnerstag mit, der in Gerichtsprozessen Menschen vertritt, die vom kommunistischen Regime verfolgt worden sind.

Die Eröffnung der strafrechtlichen Verfolgung wegen des besonders schweren Verbrechens des Amtsmissbrauchs bestätigte auch die Behörde für Dokumentation und Untersuchung der Verbrechen des Kommunismus (ÚDV). Laut Anwalt Müller betreffen die Ermittlungen Fojtíks Tätigkeit im Präsidium der Kommunisten von April 1988 bis November 1989. Die Polizei wirft ihm vor, dass er damit einverstanden war, dass die Grenzsoldaten auf Menschen schießen konnten, die versuchten die Tschechoslowakei zu verlassen.