Kirchen verurteilen Tragen des Davidsterns bei Protesten von Impfgegnern

Vertreter der Kirchen in Tschechien verurteilten das Tragen eines jüdischen Sterns bei den Protestaktionen von Impfgegnern. Der gelbe, sechszackige Judenstern war ein vom nationalsozialistischen Regime eingeführtes Zwangskennzeichen für Personen, die nach den Nürnberger Gesetzen von 1935 rechtlich als Juden galten. In dem Tragen dieses Sterns bei heutigen Demonstrationen sehen die Kirchenvertreter einen Ausdruck von Zynismus und einen Missbrauch dieses Symbols. Sie forderten die Träger des gelben Sterns zu einer Entschuldigung auf. Die öffentliche Erklärung wurde unterzeichnet von Vertretern der Tschechischen Bischofskonferenz (ČBK), des Ökumenischen Kirchenrates (ERC) und des Verbandes der jüdischen Gemeinden (FŽO) in Tschechien unterzeichnet.

Ein Davidstern mit der Aufschrift „Ungeimpft“ wurde von mehreren Teilnehmern des Protestes am Freitag im Zentrum von Prag getragen. Die Kundgebung richtete sich unter anderem gegen die Regierungsmaßnahmen zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus. Zudem sollte sie die Weigerung der Demonstranten kundtun, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen.

Autor: Lothar Martin