Konzert aus vier Kirchen erinnert an ermordeten Priester Toufar

Mit einem technisch einzigartigen Konzert ist am Dienstagabend im ehemaligen Borůvka-Sanatorium in Prag an den Tod des Priesters Josef Toufar vor 70 Jahren erinnert worden. Im Hof des leerstehenden Hauses trafen am Abend Teilnehmer der Gedenkveranstaltung zusammen. Zuerst hörten sie Toufars beliebtes Marienlied, das Organist Jaroslav Tůma in der Kirche der Heiligen Ludmila auf dem Platz Náměstí Míru spielte. Anschließend folgten ein kurzer Dokumentarfilm und ein Gebet. Danach erklang im Areal die Komposition „Elegie vom Toufars Kreuz“, die Musiker Zdenek Polášek und Antonín Šrajer speziell für diesen Abend schrieben. Das Werk wurde auf einmal von Musikern in vier Prager Kirchen gespielt: in der Ludmila-Kirche, in St. Stephan, in St. Ignatius und in der Kirche der Heiligen Katharina. Der Ton und das Bild von den vier Orten, die symbolisch ein Kreuz bilden, wurden in den Hof des ehemaligen Sanatoriums übertragen.

Josef Toufar starb am 25. Februar 1950 an Folgen der brutalen Folterungen durch den kommunistischen Geheimdienst StB im damaligen Borůvka-Sanatorium.