Menschen aus Těšín protestierten gegen Blockierung ihrer Grenzübergänge

Hunderte Menschen aus dem Grenzgebiet haben am Samstag im tschechischen Český Těšín und im unmittelbar benachbarten polnischen Czeski Cieszyn gegen die Grenzschließung protestiert. Sie forderten die Öffnung der wegen der Corona-Krise gesperrten Brücken über die Olsa (Olše), die beide Städte miteinander verbinden. Denn wegen der Regierungsmaßnahme, wegen der Coronavirus-Pandemie die Staatsgrenze zu schließen, können sich Familienmitglieder, die auf beiden Seiten der Grenzorte leben, schon seit Wochen nicht mehr sehen. Auch der Weg zur Arbeit beim Nachbarn sei für viele Pendler blockiert, hieß es.

Die Menschen zogen mit Transparenten auf beiden Uferseiten der Olsa entlang. In den zurückliegenden Tagen hatten sie schon mehrfach ihrem Unmut mit aufgehängten Plakaten an den Uferpromenaden Luft gemacht. Beim Protestmarsch am Samstag riefen sie Parolen, winkten sich zu und machten sich gegenseitig Mut.

Das Leben im Grenzgebiet unterscheide sich diametral von dem in einer Metropole wie beispielsweise Warschau oder Prag. Hier gehörten beide Orte untrennbar zusammen, sie seien eine Stadt, verwies die Bürgermeisterin von Český Těšín, Gabriela Hřebačková, auf die enge Verbundenheit der Einwohner zu beiden Seiten der Grenze. Keiner der hier lebenden Menschen wolle in das Nachbarland verreisen, sondern lediglich den normalen Lebensalltag zurückhaben, betonte die Bürgermeisterin.

Autor: Lothar Martin