Militärpolizei führt Razzia in Prostějov zum „Fall Procházka“ durch

Im Zusammenhang mit der Ermordung eines tschechischen Soldaten in Afghanistan und der darauffolgenden Tötung des vermeintlichen afghanischen Täters hat die tschechische Militärpolizei am Dienstag eine Razzia im Generalstab der Armee im mährischen Prostějov / Proßnitz durchgeführt. Nach Aussage einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums haben die Polizisten bezüglich einer Straftat ermittelt. Der Nachrichtenagentur ČTK zufolge handle es sich um die Fortsetzung der Ermittlungen, die im Herbst vorigen Jahres nach dem Tod des tschechischen Militärhundeführers Tomáš Procházka eingeleitet wurden. Procházka war während seines Einsatzes in Afghanistan beim Stützpunkt Shindand in der Provinz Herat erschossen worden.

Der tschechische Soldat war angeblich von einem Angehörigen der befreundeten afghanischen Streitkräfte erschossen worden, sein Name ist Vahidullah Chan. Kurz darauf schrieb die Zeitung New York Times im November, dass Ermittlungen zu einem tschechischen und einem amerikanischen Soldaten aufgenommen worden seien. Beide Militärs stünden in dem Verdacht, den afghanischen Soldaten getötet zu haben, der für den Tod von Procházka verantwortlich sei. Verteidigungsminister Lubomír Metnar (parteilos) hat es stets bestritten, dass tschechische Soldaten am Tod des Afghanen irgendeine Schuld träfe. Über mögliche Ergebnisse der Razzia vom Dienstag in Prostějov wurde nichts bekannt.

Autor: Lothar Martin