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Bankenrat der Zentralbank stimmt dem Regierungsbeschluss zu dem IWF 1,5 Milliarden Euro zu leihen

Der Bankenrat der Tschechischen Nationalbank (ČNB) hat am Donnerstag dem Beschluss der Regierung zugestimmt, dem Internationalen Währungsfonds einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro als Hilfe für die Eurozone zu gewähren. Der Bankenrat knüpfte die Hilfe jedoch an die Bedingung, dass das Parlament staatliche Garantien für eventuelle Verluste der Zentralbank verabschieden wird. Das Geld soll den Devisenreserven der Zentralbank entnommen werden. Der Bankenrat erklärte, er empfehle der Regierung nicht, dem Internationalen Währungsfonds weitere finanzielle Mittel zu gewähren. Finanzminister Miroslav Kalousek erklärte, er begrüße die Entscheidung des unabhängigen Bankenrats der Zentralbank und würdige sie als Entgegenkommen gegenüber der Regierung.

Nettogewinn für Tschechien aus dem EU-Haushalt 2011: 1,24 Mld. Euro

Die Tschechische Republik hat im vergangenen Jahr um 31 Milliarden Kronen (umgerechnet ca. 1,24 Mld. Euro) mehr aus dem EU-Haushalt erhalten, als sie darin abgeführt hat. Das sind 17 Milliarden Kronen weniger als im Vorjahr. Der Nettogewinn ist geringer ausgefallen als im Vorjahr, da nationale Konten revidiert wurden und einige Zahlungen aus dem EU-Budget wegen organisatorischer Probleme auf tschechischer Seite gestoppt wurden. Dies teilte das Finanzministerium am Donnerstag mit. Finanzminister Miroslav Kalousek verwies darauf, dass die Tschechische Republik seit 2004 mehr als 176 Milliarden Kronen netto (ca. 7 Milliarden Euro) aus dem EU-Haushalt ausgezahlt bekommen habe, die europäische Steuerzahler bezahlt hätten.

Hacker protestieren gegen ACTA-Vertrag

22 EU-Länder einschließlich Tschechien haben einen internationalen Pakt gegen Produktpiraterie unterzeichnet. Das Handelsabkommen zur Abwehr von Fälschungen (ACTA) wurde in Tokio signiert. Das gab das japanische Außenministerium bekannt. Aus Protest gegen das ACTA-Abkommen haben die tschechischen Anonymous-Hacker die Webseiten des Verbandes für Urheberrechtsschutz (OSA) angegriffen. Sie protestierten zudem gegen die Erhebung von Gebühren für leere Medien.

Anklage gegen Abgeordnete Bárta und Škárka wurde bei Gericht eingereicht

Die Staatsanwaltschaft hat die Anklage gegen den Fraktionschef der Partei der Öffentlichen Angelegenheiten (VV), Vít Bárta, bei Gericht eingereicht. Bárta wird Bestechung vorgeworfen. Gemeinsam mit Bárta soll auch der ehemalige Abgeordnete der VV-Partei Jaroslav Škárka vor Gericht gestellt werden. Er wird verdächtig Bestechungsgeld von Bárta angenommen zu haben. Nach Angaben der Polizei habe Bárta versucht, sich die Loyalität und Verschwiegenheit seiner beiden ehemaligen Parteimitglieder Škárka und Kristýna Kočí mit Geld zu erkaufen. Škárka wiederum habe das Geld nicht nur angenommen, sondern angeblich auch einen Teil davon ausgegeben. Im Falle einer Verurteilung drohen Bárta wegen Bestechung bis zu sechs Jahre Freiheitsentzug, Škárka wegen Bestechlichkeit bis zu 3 Jahre Gefängnis.

Jihlavský deník: Neun Tote aus dem Massengrab bei Dobronín wurden identifiziert

Neun Tote aus dem Massengrab bei Dobronín / Dobrenz bei Jihlava / Iglau wurden schon identifiziert. Bei den auf der Wiese Budínka verscharrten Toten handelt es sich um Deutsche, die in Dobronín und seiner Umgebung gelebt hatten. Das berichtete die Tageszeitung Jihlavský deník in ihrer Donnerstagsausgabe. Durch den Vergleich mit DNA-Proben von Verwandten seien acht vermutliche Opfer eines Verbrechens aus der Nachkriegszeit identifiziert worden. Der Sprecher der Hinterbliebenen, Johann Niebler, bestätigte, dass die Polizei bereits die Nachkommen von zwei der Toten informiert habe. Niebler sagte der Nachrichtenagentur dpa, für ihn sei es eine Genugtuung, dass die Ermittlungen zum Ziel geführt haben. Die Hinterbliebenen werden die sterblichen Überreste nun wahrscheinlich auf einem Friedhof in Jihlava / Iglau beisetzen.

Die Ermittler hatten das Massengrab im August 2010 entdeckt. Die Polizisten gingen Informationen von Augenzeugen nach, die angaben, so genannte „Rotgardisten“ hätten dort im Mai 1945 bis zu 15 Deutsche erschlagen.

Feuerwehrgewerkschaft warnt vor Haushaltskürzungen

Die Feuerwehrgewerkschaften warnen vor Einsparungen bei der Feuerwehr. Wenn der Haushalt der Feuerwehr bis 2014 um 1,5 Milliarden Kronen (60 Millionen Euro) sinkt, wie in der Haushaltsperspektive der Tschechischen Republik vorgesehen, wird der Brandschutz wieder auf das Niveau von 1972 sinken. Es müssten dann bis zu 3000 Feuerwehrleute entlassen werden. Das sagte der Chef der Feuerwehrgewerkschaft Zdeněk Oberreiter am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Prag. Genauso wie die Gewerkschafter warnte auch der Chef der tschechischen Feuerwehr Drahoslav Ryba vor einigen Tagen vor Haushaltskürzungen. Er machte darauf aufmerksam, dass das Budget der Feuerwehr auf ein historisches Minimum reduziert wurde.

Tschechisches Aufbauteam baut Milchsammelzentren in Afghanistan

Das regionale Aufbauteam der Tschechischen Armee hat in der ostafghanischen Provinz Lógar bereits das dritte Milchsammelzentrum erbaut. Dies teilte der Sprecher des Aufbauteams, Filip Moravec, am Donnerstag mit. Bislang wurde in der Gemeinde Dschelga im Norden Lógars die Milch in einem kleinen Haus aus Lehm in unhygienischen Bedingungen gelagert. Dank dem tschechischen Projekt entstand in der Gemeinde ein neuer Bau, der mit moderner Technik ausgestattet ist, mit der außerdem vor Ort auch Milchprodukte hergestellt werden können. Das regionale Aufbauteam der Tschechischen Armee ist in Lógar seit 2008 tätig. Im Team arbeiten zehn Experten vom Außenministerium und 292 Armeeangehörige. Insgesamt haben die Tschechen 183 Projekte in Lógar verwirklicht.

Im Büro des Brünner Kreisgerichts hat sich ein Richter erhängt

Im Büro des Brünner Kreisgerichts hat sich am Donnerstag einer der Richter erhängt. Dem Internetserver „idnes.cz“ zufolge handelte es sich um Richter Jiří Stýblo, der im Fall eines der größten Kreditbetrüge der letzten Jahre entscheiden sollte. Die Polizei lehnt es vorläufig ab, nähere Informationen zum Fall mitzuteilen.

´ Tschechische Archäologen fanden in Sudan Tempel aus der Zeit der Königreichs von Meroe

Die tschechischen Archäologen haben in Sudan einen verlorenen Tempel aus der Zeit des Königreichs von Meroe gefunden. Fragmente des Tempels hatten europäische Forschungsreisende noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gesehen, später ist er vollständig in der Wüste verschwunden. Der große Tempelkomplex befindet sich unweit der Stadt Wad Ban Naga etwa 130 Kilometer nördlich von Khartum entfernt. Bei den Ausgrabungen fanden die Archäologen einen Siegelring mit dem Bild des nubischen Gottes Apedemak, eine Plastik des ursprünglich ägyptischen Gottes Usir, ein Fragment mit der Schrift von Meroe sowie Sandsteinblöcke mit Reliefs. Darüber informierte am Donnerstag der Leiter der Expedition, Pavel Onderka, vom Prager Náprstek-Museum für asiatische, afrikanische und amerikanische Kulturen.

Filme „Lidice“ und „Nickys Familie“ werden in Israel gezeigt

Der historische Film „Lidice“ von Regisseur Petr Nikolaev und der Dokumentarfilm „Nickys Familie“ von Matej Mináč werden in den nächsten Tagen in Israel aufgeführt. In Tel Aviv werden die beiden Filme anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags gezeigt. Mináčs Dokumentarfilm wird am kommenden Sonntag auch in Haifa vorgeführt. Mináč widmete den Film dem Retter von 669 jüdischen Kindern, Sir Nicholas Winton, und seiner positiven Botschaft für die Welt. Im vergangenen Jahr wurde der Film beim internationalen Festival in Jerusalem ausgezeichnet.

Tennis: Kvitová scheitert im Halbfinale der Australian Open

Die tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová hat das Finale bei den Australian Open in Melbourne nicht erreicht. Am Donnerstag unterlag sie im Halbfinale der Russin Maria Scharapowa in drei Sätzen mit 2:6, 6:3 und 4:6. Kvitová verpasste somit die Möglichkeit, nach einem Sieg in diesem Turnier die Führung in der Weltrangliste zu übernehmen.

Tennis: Štěpánek und Paes erreichen im Doppel das Finale der Australien Open

Das Finale erreichte bei den Australian Open im Doppel dagegen der tschechische Tennisspieler Radek Štěpánek mit Leander Paes aus Indien. Im Halbfinale schlugen sie am Donnerstag den Weißrussen Max Mirnyi mit dem Kanadier Daniel Nestor mit 2:6, 6:4 und 6:4. Im Finale treffen Štěpánek und Paes auf die Brüder Mike und Bob Bryans.

Das Wetter am Freitag, 27.1.: fast heiter, bis 0 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien fast heiter, im Westen des Landes leicht bewölkt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -4 bis 0 Grad Celsius, in Höhen um 1000 Metern bei -5 Grad Celsius.