Neue Proteste in Bulgarien gegen ausländische Stromanbieter – auch aus Tschechien

In Bulgarien haben am Sonntag erneut Tausende Menschen gegen das Monopol von ausländischen Unternehmen bei der Stromversorgung protestiert. Zielscheiben waren dabei auch die tschechischen Unternehmen ČEZ und Energo-Pro, neben der österreichischen Firma EVN. Die Demonstranten forderten unter anderem, dass Bulgarien die Stromnetze der Unternehmen in dem Land nationalisiert. Die Verbraucher klagten über aus ihrer Sicht überhöhte Rechnungen, die in vielen Fällen höher seien als eine Monatsrente. Die EU hat Bulgarien mit Sanktionen gedroht, weil in dem Balkanland die Liberalisierung im Energiebereich verzögert wird.

Vor der EVN-Zentrale in Plowdiw drohte eine aufgebrachte Menschenmenge das Unternehmen aus Bulgarien zu vertreiben. Am Parlament in Sofia verlangten mehrere Tausend Demonstranten auch den Rücktritt der bürgerlichen Regierung. Die internationale Fernstraße E-79 wurde bei Blagoewgrad im Süden des Landes blockiert. In der Schwarzmeerstadt Warna sperrten die Menschen eine wichtige Brücke. Ähnliche, im Internet organisierte Proteste gab es in mehr als 20 Städten. Die Aktionen hatten am vergangenen Sonntag begonnen.

Autor: Till Janzer