Oberösterreich kritisiert Pläne für Ausbau des AKW Temelín und geplanten modularen Reaktor

Das Land Oberösterreich kritisiert die tschechischen Pläne für den Ausbau des Atomkraftwerks Temelín, in dem in Zukunft im Rahmen eines „South Bohemian Nuclear Park“ ein kleiner modularer Reaktor (SMR) getestet werden soll. Die Presseagentur APA verwies auf den Landesrat für Klimaschutz und Umwelt, Stefan Kaineder (Grüne), demzufolge es unverständlich sei, in Zeiten, in denen Russland in der Ukraine Atomkraftwerke beschieße, weitere Kernreaktoren zu bauen. Kaineder wolle sich APA zufolge nicht damit zufrieden geben, dass in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Grenze ein neuer Reaktortyp entwickelt und getestet werde.

Der Vertrag über die Einrichtung des „South Bohemian Nuclear Park“ wurde am Mittwoch von Premier Petr Fiala (Bürgerdemokraten), dem Generaldirektor des staatlichen Energiekonzerns ČEZ Daniel Beneš und dem Hauptmann des Kreises Südböhmen Martin Kuba unterzeichnet. Bis 2032 soll in einem Pilotprojekt ein kleiner modularer Reaktor gebaut werden. Solche Kernreaktoren haben üblicherweise eine Leistung von bis zu 300 Megawatt. Mittelfristig möchte die tschechische Regierung in Temelín zudem zwei neue Reaktorblöcke bauen.