Opposition: Teilnahme des tschechischen Botschafters an Militärparade in Moskau ist skandalös

Der tschechische Botschafter in Moskau Vítězslav Pivoňka hat vor am 9. Mai an der Militärparade der russischen Armee auf dem Roten Platz in Moskau teilzunehmen. Darüber informierte das Nachrichtenportal Aktuálně.cz am Samstag unter Berufung auf das Außenministerium. Vertreter der Opposition halten die Teilnahme für skandalös - wegen der Enthüllung, dass hinter den Explosionen im Munitionslager im mährischen Vrbětice Agenten des russischen Militärnachrichtendienstes GRU standen. Dem Außenministerium zufolge wird der Botschafter das Andenken der Soldaten der Roten Armee ehren, die für die Befreiung der Tschechoslowakei kämpften.

Gegen Pivoňkas Teilnahme an der Militärparade protestiert der Abgeordnete Jan Lipavský (Piratenpartei). Er ist Vizevorsitzender der Ausschüsse des Abgeordnetenhauses für Verteidigung und für Auswärtige Angelegenheiten. Er halte die Teilnahme des Botschafters für skandalös, teilte Lipavský via Twitter mit. Der Botschafter werde einer Armee huldigen, die in Tschechien zwei Munitionslager in die Luft gesprengt und zwei tschechische Bürger getötet habe, so der Abgeordnete.  Der Vorsitzende des Senatsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung und Sicherheit, Pavel Fischer (parteilos), erklärte, es wäre passend, das Andenken der Gefallenen am Denkmal des unbekannten Soldaten in Moskau zu ehren. Er verstehe aber nicht die Teilnahme an einer Militärparade der Streitkräfte, die souveräne Länder wie die Ukraine oder Georgien okkupieren, betonte Fischer. Die Vorstellung, dass neben den Diplomaten auf der Tribüne der Oberbefehlshaber der GRU-Spezialeinheit 29155 sitzt, die in Tschechien gemordet hat, sei ein schlechter Witz, so der Senator.