Petříček: Für Pendler nach Sachsen sollte ein Corona-Test pro Woche genügen

Der tschechische Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) hat am Freitag mit der sächsischen Staatsministerin für Soziales, Petra Köpping (SPD), über offene Fragen im beiderseitigen Grenzverkehr während des Lockdowns verhandelt. Beide Politiker verständigten sich darauf, dass es für tschechische Pendler genüge, wenn sie für ihren beruflichen Aufenthalt in Sachsen einen negativen Corona-Test pro Woche vorweisen können. Diesen Test können sie unentgeltlich in Tschechien machen lassen, die Regelung soll ab dem kommenden Montag gelten. Ursprünglich unterbreitete die sächsische Seite den Vorschlag, dass sich die Pendler zweimal pro Woche auf eigene Kosten im Freistaat testen lassen. Dies stieß auf tschechischer Seite auf Kritik.

Nach Schätzungen des Außenministeriums in Prag fahren täglich rund 5000 Tschechen zur Arbeit nach Sachsen. Als Nachweis für einen negativen Befund auf das Coronavirus reicht ein Antigen-Test, dessen Kosten von der tschechischen Krankenkasse getragen werden.

Ein weiteres Thema der Verhandlungen war die gegenseitige Hilfe bei der Behandlung von Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern. Noch reicht die Bettenkapazität in tschechischen Kliniken dazu aus. Doch beispielsweise im Kreis Karlovy Vary / Karlsbad nehmen die freien Betten auf den Intensivstationen rapide ab. Deswegen hat Kreishauptmann Petr Kulhánek (parteilos) am Donnerstag bereits mit Regionalvertretern aus Bayern und Sachsen über eine mögliche Überführung von hiesigen Patienten in deutsche Krankenhäuser verhandelt.

Autor: Lothar Martin