Politico: Tschechien hat bei Verteilung von Impfstoff am meisten eingebüßt

Die Verhandlungen über die Verteilung von zusätzlichen zehn Millionen Impfstoffpräparaten gegen Covid-19 endeten mit einer peinlichen Niederlage des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz, des tschechischen Premiers Andrej Babiš und des slowenischen Ministerpräsidenten Janez Janša. Das schrieb das Internetportal Politico. Diese drei Regierungschefs hätten es angelehnt, sich dem Plan der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft anzuschließen, wonach jene Länder mehr Vakzine erhalten sollten, in die bisher nur eine unzureichende Menge an Impfstoff geliefert wurde, hieß es. Laut Politico hätte Babiš durch seine Haltung verloren. Tschechien habe dadurch Zehntausende Impfdosen weniger erhalten, als möglich gewesen wäre. Den portugiesischen Plänen zufolge war Tschechien nämlich unter den Ländern, die Anspruch auf die außerordentliche Hilfe gehabt hätten, schrieb Politico.

EU-Ratspräsident Portugal hatte ursprünglich vorgeschlagen, dass drei Millionen Impfdosen unter jenen sechs Ländern aufgeteilt werden, die die Vakzine am nötigsten brauchen: Bulgarien, Kroatien, Estland, Lettland, Slowakei und Tschechien. Die übrigen sieben Millionen Impfdosen sollten dann an alle 27 EU-Mitgliedsstaaten im Verhältnis zu deren Einwohnerzahl verteilt werden. Dieser Vorschlag missfiel Prag, Wien und Ljubljana. Tschechien hat daher lediglich Vakzine aus der Aufteilung der sieben Millionen Impfdosen erhalten, und zwar 239.000 Präparate.

Autor: Lothar Martin