In Prag wurde an Deportationen der Juden nach Theresienstadt vor 80 Jahren erinnert

Auf dem Masaryk-Bahnhof in Prag wurde am Mittwochabend der Holocaust-Opfer gedacht. Die Gedenkveranstaltung wurde anlässlich des 80. Jahrestags der ersten Deportation der Juden aus dem Protektorat Böhmen und Mähren ins Ghetto Terezín / Theresienstadt am 24. November 1941 organisiert.

Die Teilnehmer erinnerten an die Opfer, sie kritisierten aber auch einen öden Zustand der Kleinen Festung und weiterer Gebäude in Theresienstadt. Dadurch werde die Würde der Holocaust-Opfer in Zweifel gestellt, sagte der Leiter des Zentrums für das Studium der Genozide, Tomáš Krbec.

Das Ghetto Theresienstadt wurde am 24. November 1941 errichtet. Die ersten Häftlinge waren Juden aus Prag, die vom Masaryk-Bahnhof nach Theresienstadt deportiert wurden. Von 1941 bis 1945 wurden etwa 155.000 Juden aus ganz Europa in das Ghetto Theresienstadt verschleppt, von ihnen starben 117.000 Menschen vor dem Kriegsende. Zudem waren 32.000 Männer und Frauen im Gestapo-Gefängnis in der Kleinen Festung inhaftiert. 2600 von ihnen starben in Theresienstadt und Tausende weitere in anderen KZs.