Premier Nečas: Personelle Veränderungen bei ČEZ sollten fortgesetzt werden

Tschechien will den halbstaatlichen Energiekonzern ČEZ stärker auf die Kernenergie ausrichten. Statt auf die Expansion ins Ausland müsse sich das Unternehmen auf den Ausbau der heimischen Energieerzeugung konzentrieren, sagte Ministerpräsident Petr Nečas in einem Gespräch für die Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“, das am Montag veröffentlicht wurde.

Den forcierten Rücktritt des ČEZ-Chefs Martin Roman in der vorigen Woche begründete Nečas mit der angekündigten Neuausrichtung. Es ginge ihm um wichtige Schritte bei der Erweiterung von Temelín, so Nečas. Der Premier sprach denjenigen Managern im Atomkonzern sein volles Vertrauen aus, die im „Ausbau Temelíns ihre Lebensaufgabe sehen“ würden. Daher müssten die personellen Veränderungen an der Spitze des Energiekonzerns fortgesetzt werden, bemerkte Nečas.

Am Donnerstag vergangener Woche ist Martin Roman als Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender von ČEZ zurückgetreten. Sein Nachfolger als Generaldirektor ist Daniel Beneš, der bisher der Exekutivdirektor der Firma war. Der Wechsel an der Führungsspitze des halbstaatlichen Unternehmens hat sich bereits an der Börse bemerkbar gemacht. Wegen der mit dem Wechsel verknüpften Unwägbarkeiten ist die ČEZ-Aktie am Montag um mehr als 3,5 Prozent gegenüber Freitag gesunken. Der Schwund der ČEZ-Aktie hat zudem Auswirkungen auf den tschechischen Aktienindex; er ist am Montag um 4,53 Prozent gefallen.

Autor: Lothar Martin