Prozess: Ex-Kreishauptmann Rath wird Verschiebung seiner Aussage gewährt

Im Prozess gegen den ehemaligen Kreishauptmann von Mittelböhmen, David Rath, ist der zweite Prozesstag nach nur zwei Stunden beendet worden. Am Donnerstag setzte der Angeklagte Rath seine Aussage vom Mittwoch fort, bat aber noch am Vormittag, diese aufgrund von Übermüdung unterbrechen zu dürfen. Der Vorsitzende des Gerichtssenats, Robert Pacovský, hat diesem Antrag stattgegeben. Am Mittwoch hatte Rath seinen Monolog zur eigenen Verteidigung bis zum Ende des Prozesstages durchgezogen. Dabei hat er die Prager Oberstaatsanwältin Lenka Bradáčová und den Kläger Igor Stříž beschuldigt, eine Verschwörung gegen seine Person initiiert zu haben.

David Rath und zehn weitere Personen stehen seit Mittwoch vor Gericht, sie sind wegen Korruption im Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen angeklagt. Rath bezeichnete seinen Fall als den Versuch, den Sozialdemokraten zu schaden und einen „unangenehmen Oppositionspolitiker aus dem Weg zu räumen.“ Oberstaatsanwältin Bradáčová ließ wissen, dass sie sich zu Raths Erklärungen nicht äußern werde.

Autor: Lothar Martin