Prozess gegen den 1947 verurteilten General Syrový wird wiederaufgenommen

Die Stadtanwaltschaft in Prag hat vorgeschlagen, das Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen tschechoslowakischen Armeegeneral Jan Syrový erneut aufzunehmen. Darüber berichtet das öffentlich-rechtliche Tschechische  Fernsehen am Mittwoch. Syrový, der Ministerpräsident und Verteidigungsminister in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit war, wurde 1947 als angeblicher Kollaborateur mit den deutschen Nationalsozialisten zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Aufhebung des Urteils und die Wiederaufnahme des Prozesses wurden von einem Anwalt beantragt, an den sich ein Nachkomme des Politikers gewandt hat. Der Prozess gegen den ehemaligen Politiker war laut ihm politisch manipuliert. Die Gerichte hätten ihm Sachen damals vorgeworfen, die er habe nicht beeinflussen können, hieß es.

Mit dem Fall wird sich das Stadtgericht in Prag beschäftigen.

Jan Syrový war in der Ersten tschechoslowakischen Republik Armeegeneral und Chef des Generalstabs, Verteidigungsminister und Ministerpräsident.