Rechtsstreit Diag Human: Tschechischer Staat fürchtet um Eigentum im Ausland

Der tschechische Staat fürchtet wegen des Rechtsstreits mit der Blutplasma-Firma Diag Human um sein Eigentum im Ausland. Kulturminister Besser hat die Anweisung gegeben, ein Bild von Manet, das nach Paris ausgeliehen ist, zurück ins Land zu holen. Das berichtet die Tageszeitung Lidové noviny am Mittwoch in Berufung auf Aussagen eines Ministeriumssprechers. Dem Bericht nach will der tschechische Staat vermeiden, dass auch in Frankreich wie in Österreich weitere tschechische Kunstgegenstände durch die Beschlüsse ausländischer Gerichte konfisziert werden. Die Blutplasma-Firma Diag Human hatte in der vergangenen Woche bei einem Wiener Bezirksgericht erwirkt, dass drei Werke moderner Kunst aus tschechischem Besitz, die im Belvedere ausgestellt waren, konfisziert wurden. Auch ein Gericht in Paris hat einer gleichlautenden Klage der Firma stattgegeben.

Ein Schiedsgericht in Paris hatte die Tschechische Republik im Jahr 2008 dazu verurteilt, Diag Human mit knapp 9 Milliarden Kronen zu entschädigen. Die Firma des Tschecho-Schweizers Josef Šťáva war in der ersten Hälfte der 90er Jahre von der Ausschreibung des tschechischen Gesundheitsministeriums zur Lieferung von Blutplasma ausgeschlossen worden. Während Diag Human mit dem Urteil von 2008 den Rechtsstreit zu seinen Gunsten entschieden sieht, lehnt der tschechische Staat die Entschädigungszahlungen ab. Seiner Ansicht nach dauert der Rechtsstreit an.