Streit um Verteidigungsminister Vondra in Regierungskoalition geht weiter

In der Regierungskoalition geht der Streit um Verteidigungsminister Alexandr Vondra und die Vergabe dubioser Aufträge während der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft weiter. So sagte der Fraktionschef der Partei TOP 09 im Abgeordnetenhaus, Petr Gazdík, im Tschechischen Fernsehen, dass Vondra bei einem Verbleib in seinem Amt nicht weiter an den Beratungen der Koalitionsspitzen beteiligt werden sollte. Der Fraktionschef der Bürgerdemokraten, Petr Tluchoř, entgegnete, seine Partei werde das Problem selbst lösen. Gazdík solle nicht nachtreten, so Tluchoř. Den Bürgerdemokraten gehört auch Vondra an.

Vondra wird vorgeworfen einen Auftrag für Audioausstattung zur Ratspräsidentschaft vor zwei Jahren ohne Ausschreibung an die Firma Promopro vergeben zu haben. Nach Angaben des Finanzministeriums habe Promopro umgerechnet knapp 22 Millionen Euro kassiert, könne aber für 10 Millionen keinen Nachweis über deren Verbleib erbringen.

Autor: Till Janzer