Suchtkranker Mann besetzt Oberleitung in Děčín und blockiert Zugverkehr

Wegen eines suchtkranken Mannes musste der Zugverkehr im Bahnhof der nordböhmischen Stadt Děčín / Tetschen den gesamten Vormittag über eingeschränkt werden. Der Mann war bereits um 4 Uhr morgens auf eine Oberleitung der Streckenelektrifizierung geklettert. Den Polizisten gelang es erst nach sieben Stunden, ihn zur Aufgabe seines Unterfangens zu bewegen. Zuvor war der Mann stets weiter nach oben geklettert, wenn sich ihm die Polizisten genähert hatten.

Nach seiner Festnahme erklärte der Störenfried, er sei aus der Heilanstalt in Horní Beřkovice ausgebüchst, auf der Oberleitung aber habe er sich vor dem Zugriff der Polizei isoliert und sicher gefühlt. Der Direktor des Psychiatrischen Krankenhauses in Horní Beřkovice, Jiří Tomeček, erklärte wiederum, dass man keinen seiner Patienten vermisse. Zu seiner Identität und Herkunft wurde der wohl unzurechnungsfähige Täter am Dienstagnachmittag von der Polizei vernommen.

Die Auswirkungen seiner strafbaren Handlung waren prägnant: Wegen der Blockierung des Oberleitungsnetzes im Bahnhof summierten sich die Verspätungen der Schnellzüge von Děčín nach Prag und von Děčín nach Deutschland auf bis zu drei Stunden. Von den Verbindungen im Regionalverkehr wurden mehrere Züge am Dienstagvormittag storniert. Die Tschechischen Bahnen (ČD) erwägen nun, Schadensersatz von dem Verursacher der Verspätungen und Zugausfälle einzufordern.

Autor: Lothar Martin