Täglicher Nachrichtenüberblick

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Rechnungshof kritisiert mangelnde Digitalisierung der Staatsverwaltung

Der Oberste Rechnungshof in Prag beanstandet den aktuellen Stand bei der Digitalisierung der Staatsverwaltung in Tschechien. Die Digitalisierung gehe zu langsam voran, obwohl der Staat dafür von 2012 bis 2018 insgesamt 75 Milliarden Kronen (knapp 3 Milliarden Euro) bezahlt habe, heißt es in dem jüngsten Bericht des Rechnungshofs.

Im Bericht werden mehrere Ursachen genannt. Demzufolge seien die Bürger über die Online-Angebote wenig informiert, die Informationssysteme seien veraltet und es fehle an den entsprechenden Gesetzesänderungen sowie an Experten.

In Tschechien gibt es insgesamt 4658 sogenannte Agenda-Informationssysteme, die ihre Dienstleistungen der Öffentlichkeit anbieten. Im vergangenen Jahr haben allerdings nur 26 Prozent der Bürger einen der Online-Dienste genutzt.

Abgeordnetenhaus billigt Gesetz zur Vermeidung der Doppelbesteuerung mit Taiwan

Das tschechische Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch ein Gesetz zur Vermeidung der Doppelbesteuerung mit Taiwan gebilligt. Beide Seiten haben kein übliches Doppelbesteuerungsabkommen schließen können, da Tschechien mit Rücksicht auf die Ein-China-Politik Taiwan nicht als selbständigen Staat anerkennt.

Die tschechische Seite erwarte, dass Taiwan nun eine vergleichbare innerstaatliche Maßnahme vornehmen werde, wie Finanzministerin Alena Schillerová (Ano) mitteilte.

Botschaft in Kanada erinnert an Jahr 1989 mit Gala-Abend bei NHL-Spiel

Die tschechische Botschaft in Kanada erinnert auf ihre Weise an den 30. Jahrestag der Samtenen Revolution in der damaligen Tschechoslowakei. Sie führt dazu zwei feierliche Veranstaltungen in Ottawa durch – am Mittwochabend im Rahmen eines Eishockeyspiels der NHL in der kanadischen Hauptstadt und am Donnerstag mit einem Kulturprogramm im berühmten Rideau Club. An den Feierlichkeiten nehmen unter anderem der ehemalige Eishockeyspieler und Weltmeister Václav Nedomanský und der Vorsitzende des kanadischen Senats, George Furey, teil, heißt es in einem Pressebericht der Botschaft.

Auf beiden Festakten will Botschafter Bořek Lizec die Gelegenheit nutzen, um Kanada für die Aufnahme von mehr als 30.000 tschechoslowakischen Emigranten in der Zeit des Kalten Krieges zu danken. Ein exemplarisches Beispiel dafür sei auch der Ehrengast Václav Nedomanský: Nach seiner Flucht aus der kommunistischen Tschechoslowakei fand der ehemalige Top-Stürmer ab Mitte der 1970er Jahre in Kanada ein neues Zuhause. Erst vor neun Tagen wurde Nedomanský in die Hall of Fame der National Hockey League (NHL) in Toronto aufgenommen. Beim Eishockey-Punktspiel am Mittwochabend stehen sich die Ottawa Senators und die Boston Bruins gegenüber. Im Team der Gäste läuft mit David Pastrňák zudem der Führende der Torschützenliste auf. Beim 8:1-Sieg von Boston am Dienstagabend in Montreal erzielte Pastrňák einen Hattrick. Er baute seine saisonale Trefferquote damit auf 23 Tore aus.

In Tschechien startet DVB-T2

In Tschechien startet am Mittwoch die Umstellung auf das neue Antennenfernsehen DVB-T2. In den Regionen Prag und Mittelböhmen endet um Mitternacht die bisherige DVB-T-Ausstrahlung des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens. Laut Angaben des Industrie- und Handelsministeriums sind etwa 60 Prozent Haushalte auf die Umstellung vorbereitet und mit einem entsprechenden Empfangsgerät ausgestattet.

Weitere Umstellungen sollen ab Januar folgen. Der gesamte Übergang auf die neue Ausstrahlung soll Mitte 2020 vollendet sein. Mit DVB-T2 HD werden die TV-Sender über Antenne eine deutlich bessere Bildqualität in Full-HD sowie eine insgesamt größere Programmauswahl bieten.

Studie: Tschechen zahlen viel höheren Lohnanteil für Wärme als Deutsche

Die Tschechen, die ihre Wohnwärme aus der Zentralheizung beziehen, müssen dafür einen weitaus höheren Anteil ihres Gehalts ausgeben als beispielsweise die Deutschen. Sie zahlen dafür rund drei Prozent ihres Bruttolohns, die Deutschen lediglich 0,6 Prozent. Somit ist die Belastung der tschechischen Haushalte mit Heizungskosten um das Fünffache höher als im Nachbarland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Verbandes der Eigentümergemeinschaften in Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien (SVJ), die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Nach Angaben des Verbandes sind in Tschechien rund 1,5 Millionen Haushalte an eine Zentralheizung angeschlossen. Obwohl die Beheizung mit Fernwärme nach Meinung von Experten eine ziemlich günstige Variante sei, wechseln immer mehr Haushalte hierzulande auf andere Heizquellen, informierte Jan Eisenreich vom Verband der der Eigentümergemeinschaften.

Experten: Tschechen essen zu viel Salz

Die Tschechen essen mehr Salz als es gesund ist. Im Salzkonsum belegen sie den dritten Platz in Europa, hinter den Balkanstaaten und Ungarn. Die Männer in Tschechien nehmen im Schnitt 15 Gramm Salz und die Frauen 11 Gramm pro Tag auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt indes nur 5 bis 6 Gramm Salz täglich. Darauf haben Experten auf einer Konferenz aufmerksam gemacht, die am Dienstag in Prag stattfand.

Die Experten warnen vor negativen Folgen des hohen Salzkonsums für die Gesundheit. Dieser kann den Blutdruck in die Höhe treiben und somit Herzerkrankungen begünstigen. Nach Angaben der Ärzte leiden 40 Prozent der Tschechinnen und Tschechen im Alter von 24 bis 55 Jahren an Hochblutdruck, bei der älteren Generation liegt der Anteil sogar bei 60 Prozent.

Das Wetter am Donnerstag, dem 28. November

In Tschechien ist es am Donnerstag wolkig bis bedeckt, örtlich wird es Regen oder Schauer geben. Am Morgen wird es in Südmähren vielerorts neblig sein, in den anderen Landesteilen ist das nur vereinzelt der Fall. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 8 bis 12 Grad Celsius, in Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 5 Grad Celsius erreicht. Es weht ein mäßiger Wind aus Südwest, im Tagesverlauf aber wird er im Westen stark auffrischen.