Tschechien und die Slowakei verteidigen Atomkraft auf EU-Forum

Tschechien und die Slowakei haben Pläne zum Ausbau der Atomkraft gegen Kritik von Umweltschützern und der Regierung in Wien verteidigt. Zu Beginn des zehnten Europäischen Nuklearenergieforums (ENEF) forderte der slowakische Regierungschef Robert Fico zu dieser Frage am Dienstag in Prag gegenseitigen Respekt ein. Man verlange Respekt vor dem Recht auf einen eigenen Energiemix und respektiere umgekehrt das Recht auf Informationen, bemerkte Fico.

Tschechien sei bereit, seine Pläne zu erklären und zu verhandeln, sagte der sozialdemokratische Industrieminister Jan Mládek. Die Mitte-Links-Regierung in Prag rechnet in den nächsten Jahren mit dem Bau von bis zu vier neuen Reaktorblöcken an zwei Standorten. Besonders das AKW Temelín, das 60 Kilometer von Deutschland entfernt ist, steht wegen früherer Störfälle in der Kritik. Atomkraftgegner wie die tschechische „Bewegung Regenbogen“ brachten ihren Unmut über die Ausbaupläne in einer Protestnote an das EU-Nuklearenergieforum zum Ausdruck. Österreich behält sich nach den Worten seines Umweltministers das Recht auf eine Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof vor.

Autor: Lothar Martin