Tschechien will Atomkraft weiter forcieren

Die tschechische Mitte-Links-Regierung hat einen neuen „nationalen Aktionsplan für die Kernenergie“ verabschiedet. Das teilte ein Sprecher nach der Kabinettssitzung am Mittwoch mit. Ausgangspunkt ist die vor kurzem beschlossene neue Energiestrategie, die mit weniger Kohle-, aber deutlich mehr Atomstrom rechnet. Der Bau von bis zu vier neuen Reaktorblöcken sei notwendig, um die „energetische Autarkie und Sicherheit unseres Landes zu garantieren“, teilte der sozialdemokratische Industrieminister Jan Mládek mit.

Das neue Dokument sieht drei Finanzierungsmöglichkeiten vor: allein durch den teilstaatlichen Betreiber ČEZ, mit Hilfe eines privaten Investorenkonsortiums oder direkt durch einen staatseigenen Betrieb. Laut Presseagentur dpa halten Umweltschützer und Atomkraftgegner die tschechischen AKW-Standorte Temelín und Dukovany für pannenanfällig und gefährlich. Das südböhmische Temelín ist 60 Kilometer von Deutschland entfernt. Das mährische Dukovany liegt rund 120 Kilometer nördlich von Wien.

Autor: Lothar Martin