Umfrage: Hälfte der Tschechen will, dass sich Václav Klaus aus der Politik zurückzieht

Laut einer Umfrage findet rund die Hälfte (48,6 Prozent) der tschechischen Bürger, dass sich Václav Klaus nach dem Ende seiner Amtszeit als Staatspräsident aus der Politik zurückziehen sollte. Bei der Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Focus für die Tageszeitung Mladá fronta Dnes durchgeführt hat, äußerten sich nur 19 Prozent für einen Verbleib von Klaus in der Politik. 28 Prozent hingegen finden, dass sich der 71-jährige konservative Politiker auch aus dem öffentlichen Leben verabschieden sollte.

Václav Klaus ist seit 2003 tschechischer Staatspräsident. Seine zweite Amtszeit geht im März kommenden Jahres zu Ende. Für eine dritte Amtszeit kann er nicht mehr kandidieren.

Neueste Nachrichten

  • Regierungspolitiker raten Staatspräsident von Feier zum Staatsfeiertag ab

    22.10.2020

    Mehrere Regierungspolitiker inklusive Premier Andrej Babiš (Partei Ano) haben Staatspräsident Miloš Zeman geraten, am kommenden Mittwoch auf die Feiern zum Staatsfeiertag zu verzichten. Gesundheitsminister Roman Prymula (parteilos) sprach am Mittwoch dazu sogar direkt mit Zeman. Laut Prymula erfordert die Corona-Lage zumindest eine andere Form des Staatsaktes als sonst. Am 28. Oktober überreicht der Präsident bei einer großen Feier an seinem Amtssitz auf der Prager Burg die höchsten Orden des Landes.

    Premier Babiš riet Zeman dazu, auf die Feier zu verzichten und sich auf eine Ansprache im Fernsehen zu beschränken. In der vergangenen Woche teilte das Prager Gesundheitsamt mit, dass es sich nicht befugt fühle, den Staatsakt eventuell zu verbieten. Für diesen Donnerstag hat Staatspräsident Zeman angekündigt, sich zu dem Thema äußern zu wollen.

    Autor: Till Janzer
  • USA wollen Militär-Ärzte nach Tschechien entsenden

    22.10.2020

    Die USA haben angeboten, Mediziner der Nationalgarde nach Tschechien zu schicken. Insgesamt 28 Ärzte sollen das hiesige Gesundheitssystem entlasten im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Verteidigungsminister Lubomír Metnar (parteilos) hat daher Premier Andrej Babiš (Partei Ano) gebeten, eine außerordentliche Regierungssitzung einzuberufen. Laut Metnar sollte bei der Sitzung nicht nur das amerikanische Angebot abgesegnet werden, sondern auch mögliche weitere Hilfen von Nato- und EU-Partnern.

    Die 28 Ärzte aus den USA hätten bereits in ihrer Heimat Erfahrungen gesammelt in der Bekämpfung des Virus. Dies sagte der amerikanische Botschafter in Prag, Stephen King, am Mittwoch. Die Mediziner kommen von der Nationalgarde in Nebraska und Texas.

    Autor: Till Janzer
  • Coronavirus: Fast 15.000 Neuinfektionen am Mittwoch in Tschechien

    22.10.2020

    Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat am Mittwoch in Tschechien einen neuen Rekordwert erreicht. Insgesamt 14.968 Menschen wurden positiv auf das Virus getestet. Das waren etwa 3000 mehr als am Dienstag. Insgesamt sind hierzulande aktuell 124.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Dies geht aus den Zahlen des Gesundheitsministeriums hervor.

    Demnach wurden am Mittwoch 4417 Menschen mit dem Virus in tschechischen Krankenhäusern behandelt. Das sind viermal so viel wie noch Anfang Oktober. Die Zahl der schweren Krankheitsverläufe hat sich in derselben Zeit verdreifacht, derzeit sind es 657.

    Autor: Till Janzer
  • Weiterer Rücktritt im tschechischen Fußballverband wegen Korruptionsskandal

    21.10.2020

    Die Vorsitzende der Schiedsrichterkommission des tschechischen Fußballverbandes, Dagmar Damková, hat ihr Amt sowie ihre Mitgliedschaft im Präsidium des tschechischen Fußballverbandes niedergelegt. Damit reagierte sie auf den Rücktritt ihres Lebenspartners, des stellvertretenden Vorsitzenden des tschechischen Fußballverbandes (FAČR), Roman Berbr, von all seinen Ämtern. Dies teilte ein Sprecher des Verbandes am Mittwoch mit.

    Hintergrund der Rücktritte ist ein neuer Korruptionsskandal. Dabei sollen Schiedsrichter in der zweiten und dritten tschechischen Ligen bestochen worden sein, um die Ergebnisse von Spielen zu beeinflussen.

  • Staat leistet Corona-Hilfe für vom Lockdown betroffene Firmen und Selbständige

    21.10.2020

    Der Staat wird die Lohn- und Versicherungskosten für die Firmen übernehmen, die in Folge der Corona-Maßnahmen geschlossen werden müssen. Dies teilte Vizepremier Karel Havlíček (parteilost) nach der Sondersitzung der Regierung am Mittwoch mit. Die Betroffenen können die Zuschüsse aus dem Programm Anticovid beantragen, so Havlíček.

    Auch selbständige Unternehmer in Tschechien, die ihren Betrieb wegen der Anti-Corona-Maßnahmen schließen mussten, können mit Hilfsmaßnahmen rechnen. Es geht um Ausgleichzahlungen in Höhe von 500 Kronen pro Tag, Fristverlängerungen bei der Abführung mancher Steuern sowie Zuschüsse aus dem Programm Covid Miete.

  • Babiš: In Tschechien droht Zusammenbruch des Gesundheitssystems

    21.10.2020

    Die neuen Einschränkungen seien nötig, um den Zusammenbruch des Gesundheitssystems vorzubeugen. Das sagte Premier Andrej Babiš (Ano) vor Journalisten nach der Kabinettssitzung am Mittwoch in Prag. Die bisherigen Einschränkungen hätten die weitere Ausbreitung des Coronavirus bisher nicht verhindern können, so der Regierungschef.

    Gesundheitsminister Roman Prymula informierte, dass die Kapazität der Krankenhäuser hierzulande um 10.000 Betten erhöht wurde. Auch so würde man sie allerdings ohne weitere Einschränkungen in der Zeit vom 8. bis 10. November ausschöpfen. Es sei bisher nicht gelungen, die Reproduktionsnummer zu reduzieren, diese liege bei 1,36, so Prymula. Weite Maßnahmen sind daher laut ihm erforderlich.

  • Corona: Tschechien führt Lockdown ein

    21.10.2020

    In Tschechien gilt ab Donnerstag der Lockdown. Darüber hat die Regierung auf ihrer Sitzung am Mittwoch entschieden.

    Zur Eindämmung der Corona-Epidemie gelten demnach ab Donnerstag verschärfte Bewegungs- und Kontakteinschränkungen: Nur noch Wege zur Arbeit, zum Einkäufen, zum Arzt und zu Familienmitgliedern sind erlaubt. In der Natur dürfen sich die Menschen aufhalten, allerdings nur in Zweiergruppen, mit Ausnahme von mehr Mitgliedern einer Familie.

    Zudem müssen auch die meisten Geschäfte und Einkaufszentren sowie Dienstleistungen geschlossen bleiben, Ausnahmen gibt es unter anderem für Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken. Die Maßnahmen gelten vorerst bis 3. November.

  • Das Wetter am Donnerstag, 22. Oktober

    21.10.2020

    Am Donnerstag ist es in Tschechien heiter bis wolkig, im Tagesverlauf vereinzelt Frühnebel oder tiefhängende Bewölkung. Gegen Abend werden die Wolken vom Westen her dichter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 16 bis 20 Grad, bei langanhaltender Tiefenbewölkung nur bis zu 13 Grad Celsius.

  • Tschechischer Innenminister positiv auf Corona getestet

    21.10.2020

    Innenminister Jan Hamáček (Sozialdemokraten) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er gab dies am Mittwoch bekannt. Er habe leichte Symptome wie bei einer Erkältung, sagte der Minister gegenüber dem Nachrichtenserver idnes.cz. Er bleibt in häuslicher Quarantäne.

    Hamáček hat sich nach einem Treffen mit Landwirtschaftsminister Miroslav Toman testen lassen, bei dem das Coronavirus in der vergangenen Woche bestätigt wurde. Nach einem Treffen mit Toman am vergangenen Donnerstag haben sich alle Mitglieder der Parteiführung der Sozialdemokraten (ČSSD) freiwillig in Quarantäne begeben, die Testergebnisse bei allen Beteiligten Hamáček waren negativ, wie die ČSSD-Sprecherin mitteilte.

  • Tschechien führt Pauschalsteuer für Selbständige ein

    21.10.2020

    Das Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch eine Pauschalsteuer für Selbständige gebilligt. Gewerbetreibende und Selbständige, die bis zu einer Million Kronen (37.000 Euro) im Jahr verdienen, können diese Möglichkeit freiwillig nutzen.

    Die Pauschalsteuer setzt sich zusammen aus dem Mindestsatz für die Krankenversicherung, dem um 15 Prozent erhöhten Mindestsatz für die Sozialversicherung und einer Steuerzahlung in Höhe von 100 Kronen (3,70 Euro). Im kommenden Jahr wird sie 5469 Kronen (202 Euro) monatlich betragen. Die Novelle soll die bürokratische Belastung von Selbständigen reduzieren und die Arbeit der Finanzämter vereinfachen.