Zahl der Organtransplantationen in Tschechien steigt weiter an

In Tschechien wurden im vergangenen Jahr 665 Organtransplantationen durchgeführt. Das ist um über das Dreifache mehr als vor 20 Jahren, als 189 Transplantationen registriert wurden. Das geht aus den neuesten Daten der Statistik hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurden.

Nach Aussage des Direktors des nationalen Koordinationszentrums für Transplantationen, Pavel Březovský, sei der Zuwachs das Ergebnis eines langjährigen Prozesses. Daran habe auch der amtierende Gesundheitsminister Martin Holcát einen großen Anteil, heißt es. Holcát ist einer der Mitbegründer des Zentrums und hat es mehrere Jahre lang geleitet.

Zum Anstieg der Transplantationen habe seiner Meinung nach auch die Novelle des entsprechenden Gesetzes beigetragen, nach der seit April dieses Jahres Begünstigungen gewährt werden, sagte Březovský. So werden Organspendern Steuererleichterungen eingeräumt oder Hinterbliebenen eines Verstorbenen wird Sterbegeld gezahlt, wenn sie dessen funktionierende Organe zur Spende freigeben. Im vergangenen Jahr wurden in Tschechien 432 Nieren, 114 Lebern, 73 Herzen, 26 Bauchspeicheldrüsen und 20 Lungen transplantiert. Allen, die ein neues Organ erhielten, konnten die Ärzte damit das Leben verlängern. In diesem Jahr wird die Zahl der Transplantationen vermutlich noch höher sein, schätzt Březovský ein.

Autor: Lothar Martin