Zeman überrascht vom Einbruch der Linksparteien bei den Wahlen

Für Präsident Miloš Zeman war der Einbruch der Sozialdemokraten (ČSSD) und der Kommunisten (KSČM) bei den Kreis- und Senatswahlen eine Überraschung. Seiner Meinung nach zeuge das davon, dass beide Linksparteien nicht die fähigsten Führungskräfte haben, sagte der Präsident am Sonntag im privaten Fernsehsender Prima. Es sei jedoch richtig, dass der sozialdemokratische Parteichef Jan Hamáček Vizepremier in der Regierung bleibe. Hinter ihm stünden nämlich weit schlechtere Leute, und dies seien die Vizevorsitzenden der Partei, so Zeman.

ČSSD und KSČM haben bei den Kreiswahlen die meisten Mandate gegenüber der vorherigen Wahl im Jahr 2016 verloren. Die mitregierenden Sozialdemokraten haben 88 Abgeordnete weniger in den Regionalparlamenten, ihnen sind 37 Sitze geblieben. Bei den Kommunisten schwand die Zahl von 86 auf nunmehr 13 Abgeordnete. Demgegenüber haben die Piraten am stärksten zugelegt: Sie haben die Zahl ihrer Sitze um das 20-fache erhöht und sind jetzt mit 99 Abgeordneten in den Parlamenten von 13 Kreisen vertreten.

Autor: Lothar Martin