Oberster Gerichtshof kritisiert Bewährungsstrafe im Vergewaltigungsfall eines Mädchens in Tschechien

Der Oberste Gerichtshof in Tschechien hat das milde Urteil in einem Vergewaltigungsprozess in Brno / Brünn kritisiert. Das Kreisgericht der Stadt hatte einen Mann, der jahrelang seine minderjährige Stieftochter sexuell missbrauchte, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Das Urteil sei der Schwere der Tat nicht angemessen und reflektiere nicht die Schutzstellung des Opfers sowie die Folgen für das Leben des Mädchens, sagte eine Sprecherin des Obersten Gerichtshofs.

Zu der Stellungnahme kam es, nachdem Justizminister Pavel Blažek (Bürgerdemokraten) eine Beschwerde gegen das milde Urteil eingereicht hatte. Der Oberste Gerichtshof kann das Urteil allerdings nicht aufheben. Das Kreisgericht hatte bereits im Berufungsverfahren entschieden, und das Urteil gilt damit als rechtskräftig.

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