Tschechischer Senatsvorsitzender ruft bei Gedenkakt in Lety dazu auf, nicht gleichgültig zu sein
Der tschechische Senatsvorsitzende Miloš Vystrčil (Bürgerdemokraten) hat bei einem Gedenkakt am Ort des ehemaligen Roma-KZ im südböhmischen Lety dazu aufgerufen, nicht gleichgültig zu sein. Gerade die Gleichgültigkeit habe die Tür zu Gewalt, Völkermord und dem Holocaust geöffnet, sagte Vystrčil am Sonntag in Anwesenheit der Nachkommen von Opfern des Völkermords an den Sinti und Roma.
In Lety befand sich von August 1942 bis Mai 1943 ein nationalsozialistisches Konzentrationslager. Über 1300 tschechische Roma wurden dort inhaftiert. 330 von ihnen starben an den unmenschlichen Bedingungen, weitere 500 wurden ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Seit vergangenem Jahr besteht am Ort des früheren KZ eine Gedenkstätte.