Brandanschlag auf Rüstungsfabrik in Pardubice: Tschechischer Sicherheitsrat trifft zusammen
Wegen des mutmaßlichen Brandanschlags auf eine Rüstungsfabrik in Pardubice ist am Freitagabend der staatliche Sicherheitsrat (BRS) in Prag zusammengekommen. Tschechiens Premier Andrej Babiš (Partei Ano) sagte nach dem Treffen bei einer Pressekonferenz, Firmen, die militärisches Material, Komponenten und Technologien für Armeen herstellen, sollten ihre Grundstücke hinreichend absichern. Dies sei bei dem betroffenen Unternehmen in Pardubice nicht der Fall gewesen. Eine Erhöhung der Terrorwarnstufe wurde nicht beschlossen. Nach wie vor gilt in Tschechien damit die zweite von vier Stufen.
Auf dem Gelände des Rüstungskonzerns LPP Holding in Pardubice war es am frühen Freitagmorgen zu einem Brand gekommen. Niemand wurde dabei verletzt. Der Waffenhersteller hatte Ende 2023 angekündigt, innerhalb von zwei Jahren eine gemeinsame Fertigungsstätte mit der israelischen Firma Elbit Systems in Tschechien zu bauen. Dort sollten Drohnen entwickelt und produziert werden, hieß es damals. Laut Recherchen des Nachrichtenportals Aktuálně.cz soll sich eine Gruppierung namens „The Earthquake Faction“ zu dem Brandanschlag bekannt haben. In dem Bekennerschreiben heißt es, man wolle den „israelischen Genozid in Gaza“ verhindern. Wie die LPP Holding jedoch am Freitagnachmittag informierte, sei es nie zu der avisierten Zusammenarbeit mit dem israelischen Partner gekommen. Der Spendeninitiative Dárek pro Putina zufolge wurden in dem Werk allerdings Drohnen für die ukrainische Armee gefertigt.
Wegen des Brandes, den die Oberstaatsanwaltschaft mittlerweile als mutmaßlichen Terroranschlag einstuft, wurde am Freitagnachmittag auch der Krisenstab des Innenministeriums einberufen. Innenminister Lubomír Metnar (Partei Ano) führte anschließend aus, dass derzeit keine akute Gefahr für Tschechien drohe. Polizeipräsident Martin Vondrášek sagte, man verfolge vier mögliche Tathergänge. Die mutmaßlichen Täter sind auf der Flucht. An den Ermittlungen sind auch der Inlandsnachrichtendienst BIS, der Militärnachrichtendienst VZ und das Nationale Zentrum zur Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und Cyberkriminalität (NCTEKK) beteiligt.