• 21.02.2002

    Beim olympischen Eishockeyturnier von Salt Lake City musste Tschechien seine Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung am Mittwoch begraben. Im Viertelfinale verloren die Schützlinge von Cheftrainer Josef Augusta in einer Neuauflage des Endspiels von Nagano gegen die Auswahl Russlands mit 0:1 und können somit nicht mehr in den Medaillenkampf eingreifen. Seit 1994 ist es somit das erste Mal, dass die tschechischen Eishockeycracks ohne eine Medaille von einem großen Weltturnier zurückkehren.

    Autor: Lothar Martin
  • 20.02.2002

    Der EU-Kommissar für die Ost-Erweiterung, Günter Verheugen, hat heute mitgeteilt, dass er mit der Klarstellung von Zemans Aussagen, die Zeman von der israelischen Zeitung "Haaretz" zugesprochen wurden, zufrieden sei. Verheugen meint, dass die Klarstellung wünschenswert war, da von den neuen EU-Mitgliedstaaten nicht nur die Teilung der gemeinsamen EU-Politik erwartet wird, sondern auch die der gemeinsamen Werte, die keinesfalls Auffoderungen zu jeder Art von Vertreibung zulassen, sagte heute in Verheugens Namen sein Sprecher Jean "Christoph Filori für die Nachrichtenagentur CTK. Nach Angaben der israelischen Zeitung "Haaretz" hatte Zeman den Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat indirekt mit Adolf Hitler verglichen. Zeman hatte dann dieses sowie ein weiteres Zitat als Missverständnis bezeichnet und bekannte sich eindeutig zu einer ausgeglichenen Politik bezüglich des Nahostkonfliktes, um die sich die Europäische Union bemüht.

  • 20.02.2002

    Mit einem "Jahrhundert-Sprung hat Ales Valenta die Goldmedaille im Freestyle- Springen geholt und gleichzeitig für eine Revolution bei den Ski-Akrobaten gesorgt. Als erster Mensch gelang ihm bei Winterspielen eine fünffache Flugkombination, mit der er überraschend über den favorisierten Amerikaner Joe Pack triumphierte. Noch vor vier Jahren in Nagano war Valenta, der keinen einzigen Weltcupsieg auf dem Konto hat, als Vierter knapp an einer Medaille vorbeigesprungen. Gold hatte damals Eric Bergoust aus den USA geholt.

  • 19.02.2002

    Der Besuch von Bundesaußenminister Joschka Fischer am heutigen Mittwoch in Prag ist von umstrittenen Äußerungen des tschechischen Ministerpräsidenten Milos Zeman belastet. Dieser hat nach Angaben der israelischen Tageszeitung "Haaretz" vom Montag Palästinenserpräsident Jassir Arafat mit Adolf Hitler verglichen. Außerdem habe er Israel mit Hinweis auf die Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg empfohlen, die Palästinenser ebenfalls zu vertreiben. Die EU übte am Dienstag ebenso wie der tschechische Präsident Vaclav Havel und Vertriebenenverbände scharfe Kritik an Zeman. Der tschechische Regierungschef sprach am Dienstag von einem Missverständnis. In dem auf Englisch geführten Interview habe er "verlassen" statt "vertreiben" sagen wollen. Damit habe er in der Diskussion um eine Friedenslösung im Nahen Osten unterstreichen wollen, dass unnachgiebige Politiker den Verhandlungstisch verlassen sollten, sagte der 57-Jährige. Der Hitler-Vergleich sei durch einen von "Haaretz" falsch gesetzten Punkt zu Stande gekommen. Und weiter heißt es in der Erklärung, "nach der Veröffentlichung meines Interviews in den israelischen Medien habe ich zu meiner Überraschung festgestellt, dass meine Worte nicht im Einklang mit den Gedanken sind, die ich versucht habe während meines Israelbesuchs darzulegen.

    Wegen des Interviews hatte sich die EU am Dienstag von Zeman distanziert. EU-Kommissar Günter Verheugen ließ durch seinen Sprecher an die Adresse des EU-Kandidatenlandes Tschechien verkünden, dies sei nicht, was man von einem EU-Land erwarte. CTK meldete unter Berufung auf das deutsche Außenministerium, dass Joschka Fischer bisher weiterhin beabsichtige den für Mittwoch angesetzten Tschechienbesuch anzutreten. Der geplante Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder zum fünften Jahrestag der gemeinsamen Aussöhnungs-Erklärung im März in Prag scheint jedoch in Frage gestellt. Ob Schröder angesichts der jüngsten Verstimmungen nach Tschechien reise, sei offen, hieß es am Dienstag.

    Staatspräsident Havel betonte am Dienstag, er sei über das "Haaretz"-Interview "tief beunruhigt". Es sei unzulässig, unterschiedliche historische Erfahrungen aus dem Zusammenhang zu reißen. Der stellvertretende Regierungsvorsitzende Vladimir Spidla ließ verlauten, die Aussage Zemans stehe nicht für die Regierungspolitik der Tschechischen Republik. Außenminister Jan Kavan bekräftigte am späteren Nachmittag, dass sich an der tschechischen Nahostpolitik nichts ändern werde und dass er froh sei, dass Zeman das Zustandekommen seiner widersprüchlichen Aussagen erläutert hätte.

    Autor: Olaf Barth
  • 19.02.2002

    Die EU-Kommission hat die Übernahme der Südböhmischen Gaswerke (JCP) durch den deutschen Energiekonzern E:ON und die österreichische Gesellschaft "Oberösterreichische Ferngas" genehmigt. Das geht aus einer Kommissionsmitteilung vom Dienstag hervor.

    Autor: Olaf Barth
  • 17.02.2002

    In einer Diskussionssendung des privaten Fernsehsenders TV Nova haben es am Sonntag sowohl ODS-Chef Václav Klaus als auch der sozialdemokratische Vizeparteichef Stanislav Gross abgelehnt, im Vorfeld der Parlamentswahlen im Juni bereits Koalitionsvereinbarungen zu treffen. Gross bestritt hierbei, dass der Vorsitzende der Sozialdemokraten (CSSD) Vladimír Spidla und der Chef der Christdemokraten (KDU-CSL) Cyril Svoboda bereits jetzt über eine mögliche Zusammenarbeit beider Parteien nach den Wahlen verhandeln würden. Gross und Klaus führten während der Fernsehsendung aus, dass für die politischen Verhältnisse nach den Wahlen einzig der Wählerwille ausschlaggebend sein wird.

    Autor: Lothar Martin
  • 17.02.2002

    Das umstrittene Atomkraftwerk Temelín in Südböhmen ist zehn Tage nach einer störungsbedingten Abschaltung wieder auf 100 Prozent Leistung hochgefahren worden. Der erste Block der grenznahen Anlage habe am Sonntag etwa 1000 Megawatt Strom ins Energienetz des Landes gespeist, berichtete die Presseagentur CTK. In fünf Tagen müsse der Reaktor, der sich seit Oktober 2000 im Testbetrieb befindet, aber zu Reparaturarbeiten erneut für etwa einen Monat abgeschaltet werden, hieß es.

    Autor: Lothar Martin
  • 16.02.2002

    Mit einem überzeugenden und nie gefährdeten 8:2-Sieg über die deutsche Auswahl ist Titelverteidiger Tschechien am Freitagabend (Ortszeit) in das olympische Eishockeyturnier von Salt Lake City gestartet. Zweifacher Torschütze der mit NHL-Stars gespickten tschechischen Mannschaft war Kapitän Jaromír Jágr, der gleichzeitig seinen 30. Geburtstag feierte. Weniger Glück hatte hingegen die tschechische Skilangläuferin Katerina Neumannová, die am gleichen Tag ihren 29. Geburtstag beging. In der dramatischen Entscheidung des 5-km-Verfolgsgungsrennens im Skating-Stil unterlag sie im Kampf um die Bronzemedaille auf der Ziellinie um lediglich eine Zehntelsekunde gegenüber der Kanadierin Beckie Scott.

    Autor: Lothar Martin
  • 16.02.2002

    Unverhohlen und mit wortgewaltigen Attacken haben am Samstag in Prag Vertreter der rechtsextremistischen Rechten Alternative den Abzug des amerikanischen Radiosenders Radio Free Europe/Radio Liberty aus der Tschechischen Republik gefordert. "Entledigen wir uns ein für allemal dieses Parasiten. Packt eure paar Sachen und verschwindet," rief Vladimír Skoupy, einer der führenden Köpfe der Partei, den Demonstranten am Denkmal des hl. Wenzels auf dem Prager Wenzelsplatz zu. Der Aufforderung zu dieser Demonstration waren etwa 100 Gesinnungsgenossen gefolgt.

    Autor: Lothar Martin
  • 15.02.2002

    Der Streit zwischen Präsident Havel und der Regierung sowie führenden Politikern der oppositionellen ODS weitet sich aus. Havel hatte den Senat aufgefordert, die Richterin Eliska Wagnerova an das Verfassungsgericht zu berufen. Vizepremier Pavel Rychetsky kritisierte, dass der Präsident über den Kopf der Regierung hinweg gehandelt habe und bemerkte ein solches Verhalten sei nicht einmal in einer modernen Monarchie möglich. Der stellvertretende ODS-Vorsitzende Ivan Langer fügte am Freitag an, in einer Monarchie sei es vorstellbar, in einer Demokratie allerdings nicht angebracht.

    Havel hat am Freitagnachmittag die Kritik zurückgewiesen und erklärte, er verfahre so wie immer, er halte sich an die Verfassung und konsultiere diejenigen, die er für richtig halte.

    Autor: Olaf Barth

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