Schriftsteller und Dramatiker Ivan Klíma gestorben

Der Schriftsteller und Dramatiker Ivan Klíma ist tot. Er wurde 94 Jahre alt. Sein Vater sei nach langer Krankheit im Kreis seiner Familie am Morgen gestorben, teilte sein Sohn Michal am Samstag der Presseagentur ČTK mit. Klíma gehörte zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren aus Tschechien. Seine Bücher wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Zahlreiche seiner Werke erschienen auch auf Deutsch.

Klíma wurde am 14. September 191 in eine jüdische Familie in Prag geboren. Während der nationalsozialistischen Besatzung seiner Heimat war er drei Jahre lang im Konzentrationslager Terezín / Theresienstadt inhaftiert. Nach dem Krieg studierte er an der Prager Karlsuniversität. 1967 fiel er trotz KPTsch-Mitgliedschaft bei den kommunistischen Machthabern in Ungnade. Er verlor seine Arbeit bei der Literaturzeitung Literární listy und erhielt ein Publikationsverbot. Erst nach der Samtenen Revolution von 1989 konnte Klíma wieder frei veröffentlichen.

Die Hauptthemen seiner Bücher sind Liebe, Freiheit und Tod. 2002 wurde Klíma mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis der Franz-Kafka-Gesellschaft in Prag ausgezeichnet. 2010 erhielt er den wichtigsten tschechischen Literaturpreis, Magnesia Litera, für seine Lebenserinnerungen „Moje šílené století“ (Mein verrücktes Jahrhundert).

Autor: Till Janzer