Tschechische Polizei übergibt Rechtsextremistin Liebich an Deutschland

Die tschechische Polizei hat am Mittwoch die Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich ihren deutschen Kollegen übergeben. Die in der Stadt Halle verurteilte Aktivistin wurde am Vormittag aus der Untersuchungshaft in Litoměřice mit einem Gefängnistransporter nach Deutschland gebracht. Die Übergabe sei unmittelbar an der Grenze erfolgt, teilte die Polizei über den Kurznachrichtendienst X mit. Liebich sei danach in ein Frauengefängnis in Chemnitz gebracht worden, gab die Staatsanwaltschaft in Halle bekannt.

Vergangene Woche hatte das Prager Obergericht entschieden, dass die Auslieferung, die das Kreisgericht in Plzeň / Pilsen angeordnet hatte, nicht angefochten werden könne. Die in Deutschland verurteilte Rechtsextremistin war Anfang April in Aš aufgespürt und auf Grundlage eines internationalen Haftbefehls festgenommen worden. Liebich lehnte darauf eine Auslieferung an Deutschland ab, den entsprechenden Antrag stellte die Staatsanwaltschaft in Halle. In der Stadt in Sachsen-Anhalt war Liebich 2023 zu einer anderthalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Urteil erfolgte wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung.

Autor: Till Janzer