"Der Traum über das Reich der Schönheit" - zweiter Teil der Ausstellung der Kunstsammlung von Jiri Karásek ze Lvovic

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Jiri Karásek ze Lvovic war vor etwa 100 Jahren einer der führenden Vertreter der tschechischen literarischen Dekadenz und Mitbegründer der Kunstzeitschrift "Moderní revue". Weniger bekannt ist, dass er auch ein bedeutender Sammler war und während seines Lebens um die 38 Tausend Kunstgegenstände zusammenbrachte. Im Prager Repräsentationshaus wird am Mittwoch der zweite Teil einer Ausstellung eröffnet, die den Interessenten gerade diese Seite des Dichters zeigt. Nachdem in den vergangenen Monaten die tschechischen Werke aus seiner Sammlung vorgestellt wurden, kommt nun die Weltkunst zu Wort. Markéta Maurová hat vor diesem Hintergrund mit einem der Autoren der Ausstellung, Jan Nepomuk Assmann, gesprochen.

Wie kam der Dichter und Schriftsteller Jiri Karásek ze Lvovic auf die Idee, sich dem Sammeln von Kunstwerken zu widmen? War es eine Tradition in der Familie oder wie war das?

"Es ist sehr fraglich, wo er dieses Interesse gefunden hat. Er stammt aus einer alten Familie aus Böhmen, Karásek von Lvovice, und hat ein sozusagen Hobby gehabt: Er suchte die tschechische und europäische Tradition und sammelte verschiedene Sachen, vor allem in Wien. Zum ersten Mal hat er eine solche Sammlung in Wien gesehen - die graphische Sammlung "Albertina", und diese war die Quelle seiner Inspiration. Er sammelte nur Graphik und Zeichnungen und seine Sammlung hat bis 1925 mehr als 17 Tausend Inventarnummern erreicht. Er suchte verschiedene große Namen, deutsche Graphik, englische, französische usw. und er hatte Glück, in verschiedenen interessanten internationalen Sammlungen große Namen gefunden zu haben. Wir zeigen hier u.a. seine schönen Sachen aus Deutschland, deutsche Graphik, z.B. von Albrecht Dürer und Ridinger, aber auch Werke berühmter Graphiker des 19. Jahrhunderts wie Lovis Corinth, Kaulbach, Lehmbach, d.h. die großen Namen aus München. In seiner Sammlung spielt auch die italienische Graphik eine bedeutende Rolle - Beatrizet oder Piranesi, sowie die französische Schule - Jean Batiste Isabelle Ingres, Calott oder Honore Daumier usw. Und er hat auch die englische und spanische Graphik nicht vergessen, auf dieser Ausstellung können wir also z.B. Sachen von Goya, von Jose de Rivera oder von William Hogarth sowie von Francesco Bartolozzi sehen."

Mehr dazu, wie die Sammlung zustande kam, was sie weiteres beinhaltet und wie sich das Schicksal der Karásek-Galerie im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte, erfahren Sie im Kulturspiegel am Sonntag, dem 19. August.