Die humanitäre Organisation "Mensch in Not" gab Tschetschenien in einem halben Jahr eine halbe Million Dollar

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Humanitäre Organisationen, die Menschen aus ärmeren Ländern der Welt oder Betroffene aus Krisengebieten unterstützen, haben in Tschechien zumeist keine leichte Existenz . Da hierzulande nämlich an allen Ecken Geldmangel herrscht, ist es nicht einfach, Spenden für humanitäre Zwecke zu bekommen. Der Organisation "Clovek v tisni" (Mensch in Not) gelang es dennoch, im letzten halben Jahr eine halbe Million Dollar anzusammeln, die den kriegsbetroffenen Menschen in Tschetschenien gegenwärtig ihr Leid lindern hilft. Darüber, wie es der Organisation gelang, diese Mittel zu finden, informiert uns Daniela Kralova.

Obwohl auch das tschechische Außenministerium und die Hauptstadt Prag der Organisation "Mensch in Not" für humanitäre Hilfe in Tschetschenien insgesamt etwa Hunderttausend Dollar spendeten, kam die größte Unterstützung aus dem Ausland: Eine amerikanische Stiftung sowie die katholische Kirche und einige Unternehmen in Österreich gaben der tschechischen Organisation insgesamt mehr als dreihunderttausend Dollar. Warum sie gerade diese Organisation und nicht etwa andere ausländische Vereinigungen mitfinanzierten, fragte ich einen ihrer Mitarbeiter Simon Panek:

"Das ist, weil weder Österreicher, noch Deutsche oder Amerikaner in Tschetschenien arbeiten, dort sind nur etwa zwei oder drei Organisationen und eine von ihnen ist gerade "Mensch in Not". Deshalb ist es logisch, dass die Geber denjenigen suchen, der das Geld direkt vor Ort verwenden kann."

Die Organisation "Mensch in Not" unterstützt Tschetschenien bereits seit Anfang dieses Jahres. Wie diese Hilfe konkret aussieht, sagt Simon Panek:

"Das Hauptgewicht liegt in der Verteilung der Grundnahrungsmittel in Grosny. Die Lebensmittel stellt das Lebensmittelprogramm der UNO bereit und wir bekommen Geld dafür, dass wir sie nach Tschetschenien transportieren und unser Verteilungssystem aufrechterhalten können. Dazu gehört das Lagern der Lebensmittel, Geld für Menschen, die es verteilen und für den Schutz dieser Orte. Jetzt im November werden es beispielsweise 46 Tausend Leute sein, die alle dieselbe Menge Lebensmittel bekommen werden: zehn Kilo Mehl, ein Liter Öl, ein bisschen Zucker, Salz und Bohnen oder Erbsen. Die Leute bekommen dies auf der Grundlage von Namenslisten, die sie immer unterschreiben müssen. Dann wird ihnen das Material abgewogen. Es ist zwar eine ziemlich komplizierte Angelegenheit, insbesondere in einer Stadt kurz nach dem Krieg, aber es ist die einzige Garantie, dass es die betroffenen Leute tatsächlich erhalten."

Als erfolgreich betrachtet Simon Panek die Organisation "Mensch in Not" trotz alledem nicht: Damit man allen Bedürftigen helfen könnte, wäre mindestens das Dreifache an finanziellen Mitteln notwendig.

Autor: Daniela Kralova
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