Die Wochenschau: 27.10.-31.10.2003 - von Lothar Martin

Vaclav Klaus, Foto: CTK

Die zurückliegende Woche stand in Tschechien ganz im Zeichen des Nationalfeiertages, der aus Anlass der Gründung der damaligen Tschechoslowakischen Republik (CSR) immer am 28. Oktober begangen wird. Am Dienstag haben daher an vielen Orten der Tschechischen Republik die Bürger des Landes der Entstehung der Tschechoslowakei vor 85 Jahren gedacht. Besonders an den Denkmälern des ersten tschechoslowakischen Präsidenten T. G. Masaryk wurden mehrfach Blumen niedergelegt, an der Masaryk-Statue auf der Prager Burg legte auch Staatspräsident Václav Klaus einen Kranz nieder. Am Abend des Staatsfeiertages fand auf der Prager Burg eine feierliche Zeremonie statt, bei der bedeutende tschechische Persönlichkeiten hohe Staatsauszeichnungen aus den Händen des Präsidenten entgegennahmen.

Vaclav Klaus, Foto: CTK
Die zurückliegende Woche stand in Tschechien ganz im Zeichen des Nationalfeiertages, der aus Anlass der Gründung der damaligen Tschechoslowakischen Republik (CSR) immer am 28. Oktober begangen wird. Am Dienstag haben daher an vielen Orten der Tschechischen Republik die Bürger des Landes der Entstehung der Tschechoslowakei vor 85 Jahren gedacht. Besonders an den Denkmälern des ersten tschechoslowakischen Präsidenten T. G. Masaryk wurden mehrfach Blumen niedergelegt, an der Masaryk-Statue auf der Prager Burg legte auch Staatspräsident Václav Klaus einen Kranz nieder. Am Abend des Staatsfeiertages fand auf der Prager Burg eine feierliche Zeremonie statt, bei der bedeutende tschechische Persönlichkeiten hohe Staatsauszeichnungen aus den Händen des Präsidenten entgegennahmen.

Vladimir Spidla und Mikulas Dzurinda, Foto: CTK
Am gleichen Tag identifizierten sich in Bratislava der tschechische Premier Vladimir Spidla und sein slowakischer Amtskollege Mikulas Dzurinda im Namen der Tschechischen und der Slowakischen Republik mit dem Vermächtnis der ehemaligen Tschechoslowakei und bestätigen, dass mit dem bevorstehenden EU-Beitritt nichts von ihren engen Beziehungen verloren gehen muss. Das war auch das Fazit des zweitägigen offiziellen Besuchs von Spidla in der Donaumetropole.

Ebenfalls am Dienstag wurde jedoch auch noch einer anderen traurigen Vergangenheit gedacht, nämlich der Opfer der größten Luftschlacht des Zweiten Weltkrieges über dem Gebiet der Ex-Tschechoslowakei, die sich Ende des Jahres 1944 über der Region der mährischen Stadt Prerov abspielte. Ihrem Andenken wurde von US-amerikanischen und deutschen Kriegsveteranen gedacht, die die damaligen Kämpfe überlebt haben, und zwar am Denkmal der amerikanischen Piloten in der Gemeinde Troubky bei Prerov.

Tags zuvor, am Montag, haben im Prager Rudolfinum Vertreter der tschechischen Politik und Kultur des jüngst verstorbenen tschechischen Publizisten und Schriftstellers Pavel Tigrid gedacht, der eine führende Persönlichkeit des tschechischen Exils war. Am Pietätakt nahmen u. a. Staatspräsident Vaclav Klaus und sein Vorgänger im Präsidentenamt, Vaclav Havel, teil.

Am Dienstag erregte ein UNICEF-Bericht in Tschechien die Gemüter. In diesem Bericht beklagt das UN-Kinderhilfswerk UNICEF eine umfangreiche Prostitution von Kindern im tschechisch-deutschen Grenzgebiet. Dort habe sich "ein regelrechter Markt" entwickelt, wurde von Vertretern der deutschen UNICEF-Sektion auf einer Pressekonferenz in Berlin erklärt. Eine eingehende Prüfung der Vorwürfe der angeblich umfangreichen Kinderprostitution an der deutsch-tschechischen Grenze hat der tschechische Innenminister Stanislav Gross tags darauf verkündet. Gross räumte ein, dass es solche Fälle geben könnte, nachdem Prag diese Vorwürfe zunächst zurückgewiesen hatte. Führende Stadtvertreter aus der Region gaben an, dass es sich hierbei nur um vereinzelte Fälle handeln könne. Die Europäische Kommission hat in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Herbstgutachten über den Stand der Beitrittsvorbereitungen in Tschechien vor allem die sich verschlechternde Lage der öffentlichen Finanzen kritisiert. Insgesamt hätten die zehn neuen EU-Mitglieder jedoch die weltweite Konjunkturkrise mit robustem Wachstum gut überstanden, heißt es in dem Gutachten.

Karle Srba, Foto: CTK
Wegen geplanten Journalistenmordes ist am Donnerstag der Ex-Kanzleichef des tschechischen Außenministeriums Karel Srba zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung des Prager Gerichts hatte Srba im Jahr 2002 den Auftrag gegeben, die Reporterin Sabina Slonková zu töten. Slonková hatte über Korruption in Srbas Umgebung im Außenministerium berichtet. Ein Vorbestrafter, der die Tat ausführen sollte, verriet den Plan aber der Polizei. Mit Srba wurden in der Berufungsverhandlung drei Komplizen zu Gefängnisstrafen zwischen vier und sechs Jahren verurteilt. Das Oberste Gericht in Prag bestätigte damit die Urteile, die im Juni in erster Instanz gefällt worden waren. Eine umstrittene Live-Übertragung des Prozesses im Fernsehen kam jedoch am Donnerstag nicht zu Stande.