Ein akademisches Jubiläum: Die sozialwissenschaftliche Fakultät ist ein Jahrzehnt alt

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Die Sozialwissenschaften gehörten vor der Wende zu den Universitätsfächern, die unter dem Diktat der marxistisch-leninistischen Philosophie am stärksten zu leiden hatten. Die gerade erst zehn Jahre alt gewordene sozialwissenschaftliche Fakultät der Prager Karlsuniversität hatte deshalb in der Anfangsphase mit einigen Problemen zu kämpfen, obwohl sich ihre Mitarbeiter voller Enthusiasmus an ihrem Aufbau beteiligten. Inzwischen etablierte sie sich aber und heute kann sie einige akademische Erfolge vorweisen. Ein Bericht von Daniela Kralova.

Das sind die Worte des ersten, heute emeritierten, Dekans der sozialwissenschaftlichen Fakultät, Cestmir Suchy. Kann man die Fakultät zehn Jahre später überhaupt noch mit ihren Gründungsjahren vergleichen? Dazu Cestmir Suchy:

Aber nicht nur der Inhalt der Studienmaterialien veränderte sich seit der Wende gründlich, sondern auch die Kommunikation zwischen den Studenten und den Dozenten. Eine wesentliche Hilfe leistet dabei das Internet. Die Studenten senden ihre Fragen und ihre Thesenpapiere an ihre Betreuer, worauf diese wiederum prompt reagieren können.

Dass aber im Alltag immer noch einige Probleme auftauchen, erläutert Doz. Jiri Kabele, stellvertretender Dekan der sozialwissenschaftlichen Fakultät:

"Ein großes Problem ist, dass es hier keine guten Bibliotheken gibt. Denn die sind dazu notwendig, damit sich das Studium vom Auswendiglernen in Richtung Selbststudium bewegen kann. In der momentanen Situation, in der die Regierung den Universitäten immer weniger Geld gibt, wird jedoch vor allem an Bibliotheken gespart."

Autor: Daniela Kralova
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