Gedenken an Massaker an karpatendeutschen Zivilisten in Přerov
Mehrere Dutzend Menschen haben am Samstag im mährischen Přerov / Prerau an ein Massaker an karpatendeutschen Zivilisten vor 70 Jahren gedacht. Für die 265 Opfer – darunter 120 Frauen und 75 Kinder – wurde auf der sogenannten Schwedenschanze eine Gedenktafel enthüllt.
Im Juni 1945 wurden die Karpatendeutschen auf der Rückkehr in die Slowakei in Přerov von tschechoslowakischen Soldaten aus einem Zug geholt. Der zuständige Offizier Karol Pazúr behauptete, es handle sich um Kollaborateure und SS-Angehörige. Ein Erschießungskommando wurde zusammengestellt, das die Zivilisten in der Nacht auf den 19. Juni ermordete. Es war eines der größten Nachkriegsmassaker in der Tschechoslowakei. Pazúr wurde Ende der 1940er Jahre zwar zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, Staatspräsident Klement Gottwald amnestierte ihn jedoch wenig später wegen dessen Verbindungen zur kommunistischen Partei.