Genmanipulierte Lebensmittel auch in Tschechiens Läden

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Konnte man sich in der Europäischen Union nach langen Verhandlungen darauf einigen, genetisch modifizierte Lebensmittel nur unter strenger Kontrolle herzustellen und sie für den Endverbraucher pflichtgemäß zu kennzeichnen, so gibt es in Tschechien keine kompetenten Einrichtungen und Labors, um solche Produkte zu kontrollieren. Dennoch will man ohne spezielle Kennzeichnung diese modifizierten Lebensmittel in Tschechien an den Mann bringen. Ein Hintergrundbericht von unserem freien Mitarbeiter Armin Sandmann:

In der Europäischen Union lösten sie damals umkämpfte Diskussionen bei Experten und Wissenschaftlern aus. Den einfachen Bürgern setzten die ersten Informationen über sie Schrecken zu. Die Rede ist von sogenannten genetisch modifizierten Lebensmitteln. Wenn man von genmanipulierten Lebensmitteln spricht, klingt dies meist sehr harmlos. Nach Angaben von Wissenschaftlern werden nur einige Eigenschaften des jeweiligen Produktes zum Vorteil des Herstellers und auch des Endverbrauchers verbessert. So sind die Lebensmittel, wenn es sich um pflanzliche Produkte handelt, widerstandsfähiger und billiger bei ihrer Herstellung. Auch tragen nach wissenschaftlichen Angaben diese Produkte zum Umweltschutz bei, da man für sie weniger Kunstdünger und chemische Konservierungsstoffe benötigt. Tierische Produkte könnten fettärmer und mit weniger Cholesterin hergestellt werden.

Ein Grossteil der Bevölkerung ist jedoch der Meinung, dass der Mensch mit der Nahrungsaufnahme solcher modifizierter Erzeugnisse zum Versuchskaninchen der Lebensmittelindustrie wird, da man heute noch nicht abschätzen kann, welchen Einfluss solche Erzeugnisse langfristig auf den menschlichen Organismus haben. Nicht nur nach Verlautbarungen der renommierten Umweltschutzorganisation Greenpeace könnten diese Lebensmittel bei Menschen neue Allergien auslösen oder sogar lebenswichtige Medikamente wie die bekannten Antibiotika in ihrer Wirkung aufheben. In Tschechien hat man diesen Lebensmittelerzeugnissen dennoch die Tore geöffnet, denn ein Gesetz erlaubt ihren Verkauf ab dem 1. 1. 2001, obwohl man weder genug Experten, noch genug Finanzmittel für die Einrichtung von Kontrollinstitutionen hat. Somit wird die tschechische Bevölkerung ab dem Jahre 2001 allein damit auf sich gestellt sein, was ihr aufgetischt wird.

Autor: Armin Sandmann
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