Geschwister Vosmansky tot gefunden

Geschwister Jan und Dagmar Vosmansky (Foto: CTK)

Der entsetzliche Fund von zwei Kinderleichen im Umfeld der Gemeinde Brankovice bei Vyskov in Mähren durch einen Spaziergänger am Sonntag hat den Fall der seit vier Monaten vermissten Geschwister Jan und Dagmar Vosmansky beendet. Markéta Maurová berichtet.

Geschwister Jan und Dagmar Vosmansky (Foto: CTK)
Ein Mann, der sich am Sonntagnachmittag in den Wald begab, um dort Holz zu sammeln, entdeckte im dichten Waldbestand zwei Kinderleichname. Die Erklärung, dass es sich um die 13jährige Dagmar und ihren 11jährigen Bruder Jan handelt, lag auf der Hand. Die Polizei konnte dies zwar bisher nicht eindeutig konstatieren, die Ergebnisse der am Montag durchgeführten Sezierung und andere Umstände sprechen jedoch dafür. Eine endgültige Bestätigung wird erst eine DNA-Analyse geben. Der Ermittler Frantisek Dostal stellte gegenüber dem Tschechischen Rundfunk fest, dass die Kinder höchstwahrscheinlich ermordet wurden, und zwar direkt in dem Wald, in dem sie entdeckt wurden.

"Es sah wie ein Lagerplatz aus. An einer Stelle lagen leere Suppenbeutel, außerdem Spielkarten, ein Stückchen weiter ein Gaskocher und Essgeschirr. Es war also ein Lagerplatz. Und die beiden Körper lagen in Schlafsäcken nebeneinander, als ob sie sich schlafen gelegt hätten."

Wald im Umfeld der Gemeinde Brankovice bei Vyskov, wo die Kinder gefunden wurden
Die Polizei suchte nach den Kindern seit Ende Juli. Damals brachen sie gemeinsam mit ihrem älteren Schwager, dem Belgier Stefan Knaepen, zu einer Tour durch Südmähren auf, wo sich ihre Spur verlor. Mitte August fand ein Suchkommando den Mann in der Nähe von Brno (Brünn) tot in seinem Wagen. Knaepen gilt als der einzige verdächtigte Täter. Noch vor seinem Tod versuchte er das Haus in Brand zu setzen, in dem sich seine Frau und seine drei Kinder befanden. Kurz darauf starb er an Herzstillstand. In einem Abschiedsbrief schrieb er: "Ich bedauere nichts, weil ich wusste, dass dies einmal passieren musste. Damit daraus keine Folgen für meine Kinder entstehen, lasse ich sie mit mir verschwinden." Die Familie hielt ihn für einen netten Mann. Als indirekter Beweis dafür, dass er die Kinder ermordet hat, gilt seine Vergangenheit - in Belgien war er wegen Vergewaltigung im Gefängnis.

Im Sommer wurden einige Hundert Polizisten und Soldaten in die Suche nach den Kindern eingeschlossen. Durchforstet wurde auch das Gebiet, in dem die Kinder nun tatsächlich gefunden wurden. Die Suchtrupps waren jedoch etwa einen Kilometer von dem eigentlichen Fundort entfernt.