Hörerforum

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Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zur ersten regelmäßigen Rubrik von Radio Prag im neuen Jahr, Jahrhundert und Jahrtausend. Wir hoffen, dass Sie sich nach den Neujahrsfeiern gut erholt haben und heute mit uns wieder dabei sind. Ungestörten Empfang und gute Unterhaltung sowohl bei dieser als auch bei allen weiteren Sendungen wünschen Ihnen Olaf Barth und Dagmar Keberlova.

Da Weihnachten für viele von Ihnen wahrscheinlich etwas hektisch in ihrer Vorbereitung sind, aber am Ende doch ruhig und in einer freundlichen und familiären Atmosphäre verlaufen, kehren wir am Anfang im Rahmen einer Frage zu den Weihnachtsfeiertagen zurück. Über die Bräuche und weitere interessante Tatsachen, die mit Weihnachten verbunden sind, haben diejenigen, die unsere Sondersendungen zu diesen Tagen verfolgt haben, ausreichend erfahren. Von unserem Hörer Thomas Brandenburg aus München erhielten wir aber eine Frage bezüglich der kommerziellen Seite der Weihnachtsfeiertage. Wir zitieren:

"Bei meiner Rückkehr aus Spanien wurde ich von der Weihnachtshysterie in der Münchener Innenstadt fast erschlagen, denn in Andalusien war außer etwas vorweihnachtlichem Schmuck in den größeren Städten kaum etwas davon zu bemerken. Hat sich Weihnachten in Tschechien mittlerweile auch schon so verkommerzialisiert, wie es hier in Deutschland ist? Das würde mich wirklich interessieren."

Die Antwort ist ja, auch in Tschechien hat sich die kommerzielle Hysterie der vorweihnachtlichen Zeit in den letzten Jahren ziemlich stark entwickelt, gut für die Kassen der Verkäufer, nicht so gut für die Atmosphäre der Adventszeit. Viele Shoppingzentren, zumindest in Prag, hatten rund um die Uhr geöffnet, um Zehntausende von Kaufsüchtigen bedienen zu können. Der Weihnachtshit 2000 war, wie bereits voriges Jahr, das Handy, dass zum beliebtesten und meistgekauften Weihnachtsgeschenk wurde. Also wenn man vergleicht, steht der Kommerz der Feiertage in Tschechien dem in den westlichen Ländern bestimmt in nichts nach.

Und schon bald werden die Kaufsüchtigen eine weitere Gelegenheit haben, in die Geschäfte aufzubrechen: Zum Winterschlussverkauf nämlich, der langsam auch in Tschechien seine Kunden findet.

Wenden wir uns, liebe Hörerinnen und Hörer, einem Thema zu, dass zwar kein entspanntes für die erste Sendung in diesem Jahr ist, nichtsdestotrotz keinesfalls umgangen werden kann, da Ihre Post, vorwiegend e-mails, beweist, dass Ihnen diese Problematik den Schlaf raubt. Ja, gemeint ist das umstrittene südböhmische Atomkraftwerk Temelin, zu dem wir laufend Hörerzuschriften bekommen.

So schrieb uns Ernst Friedrich die folgenden Worte:

"Meiner Meinung nach hat national gesehen Österreich kein recht mitzureden. Da ich aber der Meinung bin dass alle Belange die Radioaktivität in einem Maße wie es ein AKW darstellt übernationale - wenn nicht sogar globale Bedeutung haben, hat nicht nur Österreich sondern alle Gebiete dieser Erde, die durch einen Super GAU betroffen werden könnten nicht nur ein Mitspracherecht, sondern meines Erachtens sogar ein Vetorecht. Getrauen wir uns ein bisschen größer in Jahrtausenden zu denken und wir werden bemerken wie lächerlich wir uns benehmen wenn wir für solche Umweltsünden wie AKW´s kämpfen."

Eine ähnliche Meinung wie Ernst Friedrich, dass die Radioaktivität eben keine Landesgrenzen kennt, vertritt auch Karl Binder, Umweltgemeinderat der Stadtgemeinde Gmünd, der allerdings die Grenzblockaden ablehnt. Wir zitieren:

"Ich bin ein strikter Atomkraftgegner und habe auch Verständnis für friedliche Demonstrationen. Ich habe aber kein Verständnis für Grenzblockaden, da diese eine völlig falsche Zielgruppe, nämlich die Zivilbevölkerung der Tschechischen Republik treffen, die unmittelbar nichts für die Entscheidung der Regierung kann, ein AKW zu bauen bzw. in Betrieb zu nehmen. Zudem führen derartige Initiativen auch zu Aggressionen in der Bevölkerung beider Länder."

Zwei weitere unserer Hörer, Helmut und Anita, sprechen sich für die Schließung der Kernkraftwerke aus, da es ihrer Meinung nach wichtig für unsere Zukunft und für die unserer Kinder ist. Sie schrieben uns:

"Es gibt kein sicheres AKW. Das gilt gleichermaßen für AKW´s westlicher wie östlicher Bauart. Deshalb ist unserer Meinung nach ein weltweiter Baustopp für AKW´s unumgänglich. Die dadurch freiwerdenden Geldmittel sind sinnvoller Weise in die Weiterentwicklung und Nutzung erneuerbarer alternativer Energieträger zu investieren. Tipp: Leute spart doch Energie. Dann können wir viele Kraftwerke sparen. Ob konventionelle oder AKW´s, bereits bestehende AKW's könnten früher stillgelegt werden. Wir sind das unseren Kindern schuldig."

Soweit Helmut, Anita und ihre Kinder, die uns via e-mail geschrieben haben.

Zum Schluss möchte ich gern eine Frage beantworten, die immer wieder in Ihrer Post an uns auftaucht. Sie fragen uns, liebe Hörerinnen und Hörer, vor allem die, die uns früher schon gehört haben, ob es den Monitor-Club immer noch gibt. Diesen gibt es seit Jahren nicht mehr, der Monitor-Club wurde genauso wie bei weiteren ausländischen Sendern aufgelöst. Die Empfangsberichte werden aber weiterhin von Radio Prag durch die QSL- Karten bestätigt. Für jedes Jahr wird eine neue Serie herausgebracht. Für diejenigen, die ein Internetanschluss haben, gibt es eine QSL-Kartengalerie aus den letzten Jahren. Diese Internet-Seite hat Simon Peter Liehr aus Meißen gut gefallen, der uns in seiner mail auch eine Frage gestellt hat, Zitat:

"Gibt es bei der derzeitigen Serie 7 oder 8 verschiedene QSL Motive? Nach dem letzten Sendeplan wären es 8-aber auf Ihren großartig gestalteten Web Seiten sind nur 7 abgebildet. Für eine kurze Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar."

Autoren: Olaf Barth , Dagmar Keberlova
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