Hörerforum

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Ahoi und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zu Ihrer Sendung, dem Hörerforum. Am Mikrofon begrüßt Sie Lothar Martin.

Nach unserer Sendung zum Neujahrstag, als das Hörerforum gerade aus diesem Anlass heraus etwas länger ausfallen durfte als gewohnt, sind wir mit Sieben-Meilen-Stiefeln zum Alltag zurückgekehrt - und damit auch zum Hörerforum in seiner gewohnten Form. Zum Start des neuen Jahres hat uns auch gleich wieder viel Post von Ihnen erreicht, sodass wir uns auch nicht lange bei der Vorrede aufhalten und einige Ihrer Schreiben hiermit gleich zitieren wollen. So schrieb uns zum Beispiel Herr Manfred Endler aus dem sächsischen Mittweida:

"Also ich kann nur sagen, ich wurde auch zu Beginn des neuen Jahres von ihrem Sender nicht enttäuscht und erhielt wertvolle Informationen."

Das freut uns Herr Endler, aber es bleibt noch die Frage im Raum stehen: Wie kommen die von unseren Redakteuren und freien Mitarbeitern sorgfältig recherchierten Beiträge bei Ihnen an? Auch dazu hatte uns Herr Endler etwas zu sagen, und zwar dies:

"Ich habe zu unterschiedlichen Zeiten bei verschiedenen Frequenzen eigentlich immer die beste Qualität des Empfangs. Da macht eben Kurzwellen hören auch Spaß, weil man die Information gut erhält."

Ähnlich positive Stimmen zur Empfangsqualität erhielten wir auch von weiteren Hörern unseres Programms. So schrieb Herr Dieter Kraus aus dem norddeutschen Neumünster:

"Ich konnte Ihre sehr informative Sendung am Neujahrstag von 7.30 Uhr bis 7.57 Uhr UTC-Zeit auf der Frequenz 5930 KHz gut empfangen. Der SINPO-Code ergab einen Wert von 44444. Die Signalstärke war gut, die Interferenz gering, die atmosphärischen Geräusche schwach und der Schwund gering. Somit ist meine Gesamtbewertung gut."

Alle unsere Kurzwellen-Hörer werden mit den eben zitierten Angaben von Herrn Kraus sicher etwas anzufangen wissen. Wir freuen uns auf jeden Fall immer über jede Mitteilung unserer Hörer, wenn sie uns bestätigen können, unsere Sendungen in einer guten Qualität empfangen zu haben. Wie zum Beispiel über jene von Herrn Fredric Klesmann aus Großjörl, der uns unlängst schrieb, dass das Signal wie immer hier im Norden Deutschlands sehr gut verständlich war. Das Thema "Qualität des Empfangs" möchten wir für heute mit einer Zuschrift von Herrn Simon-Peter Liehr aus Meißen in Sachsen abschließen, der uns vor einiger Zeit aus London folgendes mitteilte:

"Ich habe eben auch hier den Empfang von Radio Prag getestet. Somit brauche ich auch hier nicht auf das Programm verzichten."

In der Tat, wenn Sie mit den richtigen Empfangsmöglichkeiten ausgestattet sind, können Sie Radio Prag nicht nur zu unseren bekannten Sendezeiten, sondern je nach Belieben auch via Internet im MP3-Format hören. Die entsprechenden Informationen dazu erhalten Sie auf unserer Webseite, die sich einfach merken lässt: www.radio.cz. Doch das auch unsere Programmausstrahlung über Kurzwelle nach wie vor ihren Reiz hat, dazu möchten wir an dieser Stelle den Hörerbrief von Herrn Dieter Stange aus Leipzig zitieren:

"1990 habe ich mich mit dem Kurzwellenfunk als Hobby und ab dem Jahre 2000 intensiv mit dem DX-Empfang beschäftigt. Für einen optimalen Empfang der Rundfunksender habe ich mir eine fast professionelle Ausrüstung aufgebaut. Bisher habe ich mit Stationen aus allen fünf Kontinenten Verbindungen erreicht. Der Standort meiner Station ist Leipzig in Mitteldeutschland. Die Stadt hat 517.000 Einwohner, liegt 120 Meter über dem Meeresspiegel und das Klima ist gemäßigt. Von Leipzig ging 1989 die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands und der Fall der Mauer aus."

Soweit Herr Stange, der uns also auch seinen Heimat- und Empfangsort etwas näher vorstellte. Vielleicht ist dies gleich eine Steilvorlage an Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, uns in Ihren zukünftigen Empfangsberichten neben der Empfangsqualität auch ein wenig über Ihren Empfangsort, der in der Regel Ihr Wohnort sein dürfte, mitzuteilen. Wir würden uns freuen.

In unserer Sendung vor 14 Tagen riefen wir Sie dazu auf, uns über Ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen im Umgang mit der neuen, ab dem 1. Januar in zwölf europäischen Ländern gültigen Währung, dem Euro, zu berichten. Unser Stammhörer Frank Bresonik aus Gladbeck schrieb uns dazu folgendes:

"Ein einiges und starkes Europa ist ohne gemeinsame Währung nicht möglich und deshalb sollte man dem neuen Zahlungsmittel EURO ruhig die Chance lassen, den Platz der D-Mark auf Dauer zu erobern, zumal ich das neue Geld, Scheine sowie Münzen, viel schöner finde als das alte und damit in zwölf europäischen Ländern zahlen kann. Der lästige Geldumtausch bei Urlaubsaufenthalten im EURO-LAND fällt nun endgültig weg und das finde ich äußerst praktisch."

Radio-Prag-Stammhörer Engelbert Borkner aus Hildesheim sah die Währungsumstellung aus seinem ganz persönlichen Blickwinkel:

"Mir persönlich fällt der Abschied von der D-Mark doch etwas schwer. Für mich persönlich ist es die vierte Währungsumstellung in meinem Leben. Geboren bin ich in Danzig. Die damalige Freie Stadt Danzig hatte als eigene Währung den Gulden. Nach der Eingliederung ins ´Reich´ 1939 bekamen wir die Reichsmark und dann im Juni 1948 begann die Ära der Deutschen Mark und jetzt haben wir letztendlich den Euro."

Herr Borkner befasste sich in seinem Brief zudem mit dem von uns zitierten Kommentar der tschechischen Tageszeitung "Lidové noviny", die den Deutschen die besten Noten bei der Währungsumstellung ausstellte und dabei u.a. schrieb: "Die Preussen haben so etwas in den Genen". Wie gesagt Herr Borkner, dies war ein Zitat aus einer tschechischen Tageszeitung, wir Redakteure von Radio Prag wissen sehr wohl, dass in Deutschland nicht nur Preussen leben, was sicher auch in unseren Sendungen zum Ausdruck kommt. Aber der eine oder andere Redakteur aus der tschechischen Medienwelt macht es sich da hin und wieder etwas einfacher und holt irgendeine Schablone bei Bedarf aus der Schublade heraus. Zu diesem Thema aber vielleicht einmal mehr in unserem "Medienspiegel", zumal unser Hörer Herr Roland Ruckstuhl aus Zürich die seiner Meinung nach zunehmende "Boulevarisierung Europas" als besorgniserregend empfindet.

Zum Abschluss unserer heutigen Sendung wenden wir uns noch dem Hörerbrief von Herrn Karl-Heinz Kühne aus Streumen zu, der uns folgendes schrieb:

"Zu DDR-Zeiten waren oft tschechische Sängerinnen und Sänger zu hören und zu sehen. Jetzt ist es relativ still geworden um Helena Vondrácková, Nadja Urbanková, Karel Gott und Jirí Korn. Sind diese Künstler bei Euch noch angesagt oder schon in der Versenkung verschwunden?"

Letzteres ist mit Sicherheit nicht der Fall. Bis auf Nadja Urbanková, die sich etwas von der Musik zurückgezogen hat, dafür aber eine eigene Fernsehsendung moderiert, sind alle genannten Künstler - wenn auch schon im reifen Alter - noch sehr gut in Tschechien präsent. Karel Gott gewann zum Beispiel unlängst zum x-ten Mal die sogenannte "Goldene Nachtigall", den Preis für den besten tschechischen Interpreten eines Jahres. Helena Vondrácková allerdings ist gerade dieser Tage etwas unangenehm in die Schlagzeilen geraten. Die schöne Helena hat nämlich am Montag einen Gerichtsstreit gegen den Musikkritiker Jan Rejzek verloren, und zwar zu dessen Äußerungen, die er zu ihrer Person im Oktober vergangenen Jahres über die Presse gemacht hatte. Dabei hatte er ihr zum einen vorgeworfen, nur erfolgreich auf die Bühne zurückgekehrt zu sein dank ihrer anhaltenden Kontakte zu "den Klicken, die sie in den 70er und 80er Jahren ins Radio, ins Fernsehen und für Schallplatten-Aufnahmen durchgedrückt haben." In seiner zweiten Aussage focht er die Behauptung von Helena Vondrácková, nie die sog. Anticharta unterschrieben zu haben, an und bescheinigte der Interpretin ein "lückenhaftes Gedächtnis". Laut Richterspruch konnten die Aussagen des Musikkritikers nicht als haltlos und unbegründet deklariert werden, sodass sich Rejzek weder öffentlich noch persönlich bei der Sängerin entschuldigen müsse. Helena Vondrácková legte gegen dieses Urteil Berufung ein.

Man wird sehen, wie es in diesem Streitfall weitergeht. Unbestritten ist jedoch die wunderbare Stimme von Helena Vondrácková, sodass wir uns heute von Ihnen mit dem von ihr gesungenen Titel "Mein eigenes Leben" verabschieden wollen. Im Namen der gesamten Redaktion sage ich tschüß bis zur nächsten Sendung - Ihr Lothar Martin.