Im Briefkasten: Von Waldbränden in Europa bis zur Windkraft-Debatte in Tschechien

Radio Prag International feiert in diesem Monat ein ganz besonderes Jubiläum: Seit stolzen 90 Jahren sind wir für Sie auf Sendung. Ein solcher Geburtstag ist natürlich der perfekte Anlass, um den Blick in unsere Hörerfamilie zu richten. Am Ende haben wir für Sie daher einen Audio-Gruß von einem unserer treuesten Hörer, der auf unseren Aufruf zum Mitmachen reagiert hat. Und im Folgenden zitieren wir erneut aus Ihren Briefen und E-Mails. Dabei sprechen wir über die langjährige Verbundenheit mit uns, werfen mit Ihnen einen Blick auf aktuelle Umweltphänomene in Europa und schauen, welche heißen Diskussionen Sie in den sozialen Medien rund um die Energiepolitik in Tschechien führen.

90 Jahre auf Sendung: Sonder-QSL zum Geburtstag

ZUM THEMA

Zum Auftakt eine Information in eigener Sache, die mit dem 90-jährigen Jubiläum unseres Senders zusammenhängt: Dass Radio Prag International zu diesem Anlass eine spezielle Serie von QSL-Karten herausgegeben hat, ist Ihnen sicher bekannt. Es gibt aber noch eine ganz besondere QSL-Karte direkt für den Geburtstag am 31. August. Jede Hörerin und jeder Hörer, der unsere Sendung an diesem Tag empfängt und uns darüber berichtet, bekommt diese Motivkarte von uns als Belohnung geschickt. Schalten Sie also ein!

Und nun unsere Quiz-Frage für den August:

Ein Meilenstein in der Geschichte von Radio Prag International war die Berichterstattung über den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei im Jahr 1968. Dieser Okkupation ging die als Prager Frühling bekannte Phase des politischen Tauwetters voraus. Welcher Politiker war das Hauptgesicht dieser Reformbewegung?

Schicken Sie uns Ihre Antwort an: [email protected].

Im Juli wollten wir den Namen der Stadt wissen, in der der Sendemast stand, von welchem aus Radio Prag International seine Auslandssendungen über Kurzwelle ausgestrahlt hat. Die Stadt in Ostböhmen heißt Litomyšl.

Richtige Antworten kamen diesmal unter anderem von Igor Kinas und Ernst Morten aus Deutschland, beide bekommen Sachpreise von uns. Herzlichen Glückwunsch!


Im Folgenden zitieren wir aus Ihren Briefen und E-Mails. Thorsten Brandenburg aus München schreibt:

„Mit großer Überraschung habe ich festgestellt, dass es schon wieder sehr lange her ist, dass ich Ihnen geschrieben habe! Heute will ich das wieder einmal ändern! Ich sitze im Garten und habe gerade die sehr interessante Sendung über Vlasta Průchová gehört. Eine tolle Sängerin, und natürlich ist mir auch die Musik von Jan Hammer Junior sehr bekannt. In den letzten Wochen hatte ich wenig Zeit, Ihre Sendungen zu hören. Dafür waren private Gründe verantwortlich, außerdem ist ja auch mein Arbeitgeber, der Bayerische Rundfunk, in einen neuen Medienkomplex umgezogen, was viel Neues für mich gebracht hat. Heute habe ich aber einen freien Tag, den ich bisher im Garten verbracht habe, und habe dabei Ihre Sendung gehört. Wie immer nehme ich mir wieder vor, nicht so lange bis zur nächsten Mail an Sie zu warten. Diesen Monat ist es übrigens 45 Jahre her, dass ich zum ersten Mal Ihre Sendungen gehört habe, meine erste QSL-Karte ist von 1981.“

Da Radio Prag International in diesem Monat 90 Jahre feiert, sind Sie genau die Hälfte der Zeit schon dabei, Herr Brandenburg. Herzlichen Glückwunsch!

Waldbrände, Fernzüge und die Schlacht bei Königgrätz 1866

Martina Pohl aus Überlingen hat uns zu einem sehr aktuellen Phänomen geschrieben, das Europa plagt:

„Zurzeit wüten heftige Waldbrände in Spanien und Frankreich. Durch die anhaltende Hitze und Trockenheit sind in Europa bis Mitte Juli angeblich schon fast 170.000 Hektar Wald verbrannt. Tausende Menschen mussten deshalb evakuiert werden. Jetzt liegt es auch bereits wieder vier Jahre zurück, dass im Nationalpark Böhmische Schweiz ein verheerender Waldbrand ausbrach. Wie man sieht, hat sich das Gebiet trotz dieser Katastrophe schon gut erholt, und die verbrannte Erde ist mittlerweile wieder mit einem grünen Teppich überzogen. Es ist erstaunlich, wie sich die Natur wieder fast von selbst regeneriert. Nach Bränden erschweren die Eingriffe des Menschen eher die Regeneration von Ökosystemen. Keine Bodenbearbeitung und das Liegenlassen des Totholzes führen zur rascheren Erholung. Auch neue Insekten oder Pilze nutzen die verkohlte Fläche für einen Neubeginn. Waldbrände ziehen den Schwarzen Kiefernprachtkäfer an. Er kann diese aus zehn Kilometern Entfernung orten. Mit Unterstützung seiner infrarotempfindlichen Grubenorgane ist dies möglich. Die Eier dieses Käfers werden nur in verkohlten Baumrinden abgelegt, weil sich die weißen Larven nur dort entwickeln können. Bis zum ausgewachsenen Käfer dauert es bis zu zwei Jahre. Diese Käferart gilt als stark gefährdet.“

Schwarzer Kiefernprachtkäfer  (Krasec ohňový) | Foto: Lukáš Blažej

Vielen Dank für Ihre Erläuterungen, Frau Pohl.

Und nun eine kurze Zuschrift von Joachim Thiel aus Wuppertal zu unserem Bericht über den neuen Fernzug von Prag nach Kopenhagen:

„Auch die heutige Sendung hat mir gut gefallen, Schade nur, dass die Fernzüge aus Tschechien auf deutschem Gebiet leider mit den vielen Bahnbaustellen konfrontiert werden.“

Joachim Thiel bekommt eine e-QSL von uns. Für eine solche bedankt sich auch Peter Vaegler aus Greifswald. Außerdem schreibt er:

Foto: Archiv von Peter Vaegler

„In diesem Jahr feiert Ihr Sender den 90. Geburtstag, und ich freue mich, in diesem Jahr schon 58 Jahre lang zur Hörerfamilie zu gehören. In meinen alten Unterlagen fand ich diese Streichholzetiketten, die ich zum 35. Geburtstag Ihres Senders von Ihnen erhielt.“

Und Peter Vaegler weiter:

„Heute, am 5. Juli 2026, hörte ich Ihr Programm ab 14.30 Uhr UTC mithilfe der App Radiogarden. Im Programm ging es unter anderen auch um die Spenden an Venezuela und dass der Autoverkauf um 5,85 Prozent gestiegen ist. Für mich besonders interessant war allerdings der ausführliche Bericht über die Schlacht bei Königrätz. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es damals organisatorisch möglich war, 450.000 Soldaten zu versorgen. Dem Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Denkmäler zu bewahren und zu pflegen, gilt meine Hochachtung.“

Windräder vs. Atomkraft in Tschechien

Und zitieren möchten wir heute auch aus einer Diskussion auf unserer Facebook-Seite. Die meisten Beiträge – insgesamt mehr als 200 – gab es im Juli zu unserem Bericht über die Nutzung der Windenergie. In Tschechien soll es laut der jüngsten Entscheidung der Regierung deutlich weniger sogenannte Beschleunigungsgebiete für den Ausbau der erneuerbaren Energien geben als bisher geplant. Die Begründung der Regierung lautet, die hiesige Landschaft sei für die Gewinnung von Wind- und Sonnenenergie nicht gut geeignet.

Ali Sahin schreibt dazu:

„Ich bin froh, dass die Tschechen ihre wunderbaren Landschaften nicht mit diesen Windmühlen verschandeln. Tschechien hat mit seinen Kernkraftwerken eine sichere Energieversorgung.“

Dagegen wendet Chris Ridder ein:

„Wo wird der Müll entsorgt, wo kommt das Uran her, und wie wird es gefördert? Aber wie immer, solange nichts bei mir vor der Haustüre passiert, ist es egal, dass andere Gebiete verstrahlt und zerstört werden.... Egoismus pur.... erbärmlich.“

Thomas Pallmer schreibt zur erwähnten Kernenergie:

„So sicher ist sie nicht, wenn – wie aktuell – das Wasser knapp ist. Und vor allem ist sie teuer, Tschechien liegt im europäischen Spitzenfeld bei den Strompreisen. Und auch da gibt es kein Endlager. Ich würde den Dreck dort lagern, wo am lautesten nach Atomenergie geschrien wird. Vor allem die Eigenheimbesitzer würden sich freuen. Ihre Grundstücke sind dann nur noch die Hälfte wert. Ich bin überzeugt, jeder der in der Nähe eines Kernkraftwerkes wohnt, würde sich sofort lieber für Windräder entscheiden.“

Hingegen meint Wilfried Fritz:

„In Tschechien ist die Welt in dieser Hinsicht noch in Ordnung. Ich hatte im Frühjahr dort ein paar Tage beruflich zu tun und bin dabei durch ein wunderschönes Land gefahren. Es war geradezu erholsam, endlich mal wieder Landschaften zu sehen, die nicht mit potthässlichen Propellern zugestellt sind. Ich hoffe, die Tschechen bewahren sich ihr kostbares Gut und verschandeln nicht ihr wunderschönes Land mit Windindustrieanlagen. Hier bei uns ist es leider schon zu spät. Aber vielleicht besteht ja die Hoffnung, dass die Tschechen nicht den gleichen Fehler machen wie wir.“

Illustrationsfoto: Erich Westendarp,  Pixabay,  Pixabay License

Sie haben das Wort!

Und wie schon in der letzten Ausgabe unseres Hörerforums, schließen wir auch heute mit einem Audio-Beitrag ab. Michael Lindner aus Gera hat auf unseren Aufruf zum Mitmachen anlässlich des 90. Jubiläums von Radio Prag International reagiert. Er sei leider nicht der perfekte Moderator, hoffe aber, dass sein „Thüringisch“ radiotauglich sei, schreibt er dazu. Ganz sicher, vielen Dank dafür, Herr Lindner! Wir hoffen, dass die bisher veröffentlichten Beispiele auch weitere Hörerinnen und Hörer dazu anregen, uns ihre Beiträge zu „Mein Radio Prag International“ zu schicken. Sei es als Audio, als Video oder als Text, wir freuen uns über jeden Beitrag.

Und damit endet unsere heutige Sendung. Schreiben Sie uns bitte weiter an Radio Prag International, deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik oder per E-Mail an [email protected].

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