Internationale Stadtnamen im Tschechischen

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Von Kathrin Bock.

Auch im Tschechischen finden wir Namen für internationale Städte, die mit ihren ursprünglichen nichts gemeinsam zu haben scheinen. Entstanden sind diese tschechischen Bezeichnungen im Laufe der Jahrhunderte und spiegeln oftmals den ursprünglichen Namen der jeweiligen Stadt wider, wie im Falle von Münchchen. Dies wird von Tschechen als Mnichov bezeichnet. In dem Wort ist der Ursprung Münchens besser zu sehen als im deutschen: mnich ist der Mönch. Kaum wiederzuerkennen ist eine andere bayrische Stadt: Řezno-wussten Sie, dass das Regensburg ist?

Fahren wir weiter nach Nordwesten, so kommen wir in Mohuč an, zu deutsch Mainz. Der Fluss Main heisst im Tschechischen Mohan und mündet in den Rýn - Rhein. An diesem liegt Kolín nad Rýnem - Köln am Rhein, nicht zu verwechseln mit Kolín nad Labem, dem böhmischen Kolin an der Elbe.

Nicht weit von Köln liegt Cáchy - Aachen. In den neuen Bundesländern liegen die Städte Výmar und Lipsko, Weimar und Leipzig. Chemnitz ist im Tschechischen als Kamenice bekannt und Dresden als Drážďany.

Auch in Österreich und der Schweiz haben einige Städte tschechische Namen. Zürich ist unschwer im tschechischen Curych zu erkennen, auch der tschechische Ausdruck von Basel Basilej ist nicht so verwirrend, anders ist dieses aber bei Svatý Havel bzw. Svatý Mořic, Sankt Gallen und Sankt Moritz.

In Österreich haben einige Städte alte slawische Bezeichnungen, von denen sich die heute üblichen tschechischen Namen ableiten. Die österreichische Hauptstadt Wien heisst hierzulande Vídeň, Graz ist Štýrský Hradec, Klagenfurt Celovec und Linec Linz.

Aber nicht nur Städte im deutschsprachigen Raum haben tschechische Namen, London wird von den Tschechen als Londýn bezeichnet, Paris als Paříž, Rom ist Řím. Genua ist hierzulande als Janov bekannt, Venedig als Benátky. Übrigens liegen in Tschechien 10 weitere Benátky, die mit Sicherheit was Schönheit und Grösse angeht, nicht mit dem italienischen mithalten können. So das wärs auch schon für heute. Na Slyšenou - auf Wiederhören sagen Marketa Maurová und Katrin Bock.