Jahreswechsel wurde in Tschechien ausgelassen gefeiert

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Von Lothar Martin.

Ausgelassen, mit Feuerwerk, Böllern, Leuchtraketen und viel Alkohol begrüßten Millionen Tschechen und ihre Gäste das neue Jahr 2001 in allen Städten und Gemeinden zwischen Erzgebirge und Beskiden. Dabei ging es diesmal wesentlich besonnener und ohne größere Vorfälle ab als noch ein Jahr zuvor bei den Neujahrsfeiern zum Jahreswechsel 1999/2000. Die Feuerwehren des Landes zum Beispiel mussten zu keiner einzigen Großbrandbekämpfung ausrücken.

Höhepunkt der Prager Neujahrfeierlichkeiten war ein riesiges Feuerwerk eine Viertelstunde nach Mitternacht, das vom Letna-Plateau gezündet wurde. Zigtausende Menschen verfolgten an traditionellen Stätten - dem Wenzelsplatz, dem Altstädter Ring, der Karlsbrücke oder von der Aussichtsrampe der Prager Burg - das große Spektakel, bei dem sich die Millionenmetropole in ein einziges Freudenmeer verwandelte. Der tschechische Präsident Vaclav Havel hatte sich mit seiner Gattin Dagmar am Silvesterabend für Minuten unter die feiernden Menschen auf dem Hradschin-Platz gemischt. Den Abschluss der Silvesternacht verbrachte er jedoch im engeren Freundeskreis.

In der ostböhmischen Stadt Hradec Kralove/Königgrätz wurde um Mitternacht eine Münzsammlung für ein nahegelegenes Kinderheim durchgeführt. Die mit Münzen gefüllte Urne wies am Ende der Aktion ein Gewicht von über 43 Kilogramm auf. Im nordmährischen Trinec wurde nur 15 Sekunden nach Mitternacht der erste neue Erdenbürger im dritten Jahrtausend auf tschechischem Territorium geboren. Libuse Bulavova, die 27-jährige Mutter des 50 Zentimeter großen und 3400 Gramm schweren Sprosses, gab ihm den Namen Lukas.

Wie die Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" am Dienstag berichtete, haben die Besitzer von Handys in der Tschechischen Republik in der Silvesternacht mehr als 17 Millionen kurze SMS-Textnachrichten verschickt.