Jahrhundertprojekt vollendet: Jan-Hus-Datenbank geht online

Forscher der Masaryk-Universität in Brno / Brünn (MU) haben die digitale Datenbank „MIHOO“ veröffentlicht, die erstmals alle Schriften des Kirchenreformers Jan Hus systematisch erfasst. Das neue Online-Angebot bündelt Informationen zu rund 500 lateinischen und tschechischen Manuskripten, historischen Drucken sowie weiteren Quellen. Damit vollenden die Wissenschaftler eine über ein Jahrhundert andauernde Forschungsarbeit. Die Plattform richtet sich gleichermaßen an Historiker, Philologen und die interessierte Öffentlichkeit.

Der Theologe und Prediger Jan Hus (ca. 1371–1415) verfasste zeitlebens rund 140 Traktate, Auslegungen und Predigten und hinterließ einen umfangreichen Briefwechsel. Seine Lehren gaben den Anstoß für die Hussitenbewegung und tiefgreifende Kirchenreformen. Am 6. Juli 1415 wurde Hus für seine Überzeugungen beim Konzil von Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt.