Jugendkriminalität in Tschechien verlagert sich zu schweren Gewalttaten
Die tschechische Oberste Staatsanwältin Lenka Bradáčová warnt vor einer zunehmenden Brutalisierung bei jugendlichen Tätern. In einer Debatte des Tschechischen Fernsehens (ČT) betonte sie, dass die Jugendkriminalität zwar insgesamt stabil bleibe, sich jedoch von Diebstählen hin zu schweren Gewaltverbrechen und Morden verlagere.
Vor dem Hintergrund dieser zunehmenden Brutalität spricht sich Bradáčová dafür aus, das Alter für die strafrechtliche Verantwortlichkeit von derzeit 15 auf 13 Jahre zu senken. Das Justizministerium prüft eine entsprechende Reform für schwerste Straftaten.
Die Staatsanwältin sieht die Gründe für die Radikalisierung der Jugendlichen in einer veränderten Stimmung in Familien und Gesellschaft, aber auch in einer mangelnden psychologischen Betreuung.